Die 3 Grundregeln des Survivals

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Thorben
Fleißmeise
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Die 3 Grundregeln des Survivals

#1 Beitragvon Thorben » Di 18. Feb 2014, 08:11

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Hallo Ausstiegswillige , Naturfreunde und Survival-Fans 8)

Hier ein paar Grundregeln, wenn man mal "im Wald" landet und nicht viel dabei hat zum überleben.

1. Schlafstelle / Wetterschutz errichten

2. Feuer Machen

3. Trinkwasser finden.


Gute Videoanleitungen für Survival findet Ihr HIER: http://www.youtube.com/profile?user=vra ... ibQm1GuVRc :mrgreen:

oder gebt einfach mal "survival" als Suchbegriff bei http://www.youtube.com ein :mrgreen:


Punkt 1 und 2 sind austauschbar, je nach Tageszeit, wenn es bereits dunkel wird, sollte man abschätzen, was man noch schafft: Feuer machen oder Unterstand bauen? Feuer ist sicherlich das sinnvollere, da es Wärme spendet, ohne Unterstand hält man dann schon durch, ist halt etwas unbequem unter Umständen. Regen ist natürlich immer ein Problem, ein ausladender (mögl. Laubbaum) Baum am Waldrand, der einen natürlichen Regenschirm bildet ist da immer eine gute Wahl.


1. Schlafstelle einrichten: im Wald (Waldrand) unter Schutz von Bäumen am besten (Regen). Sucht euch ne leichte Mulde und legt (2-4 cm dicke) Zweige darüber, die Mulde könnt ihr vorher noch mit Füllmaterial, wie Laub oder Stroh (auch Moos, ist halt feucht...) ausstopfen, das dient als Isolator.

Mit in z.B. Folie (oder Regencape) eingeschlagenem Stroh oder Moos, Laub erhält man eine natürliche Matratze, ohne Folie legt man einfach schichten von dünnen Zweigen, Laub und Moos (dann nochmal Laub, da Moos feucht...) etwas 10-30 cm aufeinander, das ist dann euer Bett. Gute Nacht :)

Die Sache mit der Mulde hat Drainage-Funktion, Regenwasser kann in diese abfliesen und der Hohlraum stellt einen natürlich Isolator da, ihr bekommt die Bodenkälte (gerade morgens) nicht direkt ab.

Eine leichter Buckel als Bett-Standort/Schlafplatz ist auch nicht verkehrt, das Wasser kann hier seitlich abfließen. Hauptsache man liegt nicht in einer Pfütze nach dem Aufwachen, das endet meist mit Unterkühlungen oder Rheuma.

Das Dach: Sucht eine ca. 1 m hohe stabile Astgabel (muss 20kg und mehr tragen können, das Gewicht eures Beines z.B.) und grabt/schlagt die in den Boden am Kopfende eures Lager ein.
Ein 2-3 Meter langer Ast wird nun vom Fußende aus in die Astgabel eingelegt, also ein Ende in der Astgabel, ein Ende auf dem Boden.

Nun habt ihr eine Art kleinen Dachstuhl gebaut; an dem Aufgelegten langen Ast könnt ihr nun quer dazu Äste, Zweige und auch Laub(!) anlegen bzw. die Dachflächen/-schrägen so bauen.
Der Eingang am Kopfende eures "Daches" hat nun Dreiecksform, das ganze wirkt wie eine Art Biwak oder ein Zelt.
Mit dem eingebrachten Laub im Dach habt ihr auch einen Regenisolator, nur wenige Tropfen werden durchdringen, wenn ihr gründlich gearbeitet habt.

Statt einer Astgabel kann man das ganze auch mit einer natürlichen Gabel, einem kleinen Baum z.B. machen, oder man bringt 2 stabile Hölzer / Äste in X-Form in den Boden ein anstatt einer Astgabel und verknotet diese (Schnürsenkel, natürliche Fasern verdrillt..) - dann hat man auch eine Auflage.

Wenn man Folie findet irgendwo, kann man die ganze Sache natürlich noch ordentlich "pimpen" bzw. "tunen", folie ist ja wasserabweisend und man kann sie als Dachplane oder als Hülle für einen natürlichen Schlafsack (mit Laub o.ä. gefüllt) verwenden, auch als Zudecke hat sie ihre Berechtigung.



2. Feuer machen: am besten mit nem Feuerzeug. Wenn man keins hat, weil man Nichtraucher ist, dann sucht euch Birkenrinde (weiß mit schwarzen Punkten) oder nen Zunderschamm (ein Auffälliger dunkler Schwammpilz, der an Bäumen oder Altholz wächst).
Birkenrinde enthält Birkenpech, einen natürlichen Kleber (wurde früher zum Kalfatern von Fässern oder Schiffen ben.) und ist 3 schichtig aufgebaut, wenn ihr die Rinde "auseinanderfleddert" bzw. zerlegt.

Schilfrohr brennt auch "wie Zunder", ich habe das aber noch nie probiert als Brandbeschleuniger zum Feuermachen.
Die Mittlere Schicht der Birkenrinde ist recht fasrig und lässt sich mit den Fingern zerbröseln, macht das gründlich und ihr habt euren Brandbeschleuniger bzw. das Zeug, was es anzuzünden gilt.
Das zerbröselte Material könnt ihr anstelle des (zerbröselten, zerkleinerten) Zunderschwamms verwenden, nun geht es ans Hölzersuchen.

Als Material fürs Feuer sucht Ihr euch bitte Anschür-Material (Stroh, sehr feine ästchen, tr. laub, Papier), weiter hin in aufsteigender Stärke trockene Zweige, Äste, viele kleine und aber auch mittlere und sehr grosse, das Feuer soll schließlich länger brennen! Alles nur trockenes Material, Holz das direkt auf dem Boden liegt ist meist ungeeignet, da feucht. Ihr könnt das beim Anfassen und beim hochheben merken, trockenes holz ist immer leichter als nasses.

Als Feuerzeug braucht ihr trockenes Harzholz und trockenes Weicholz, Rundhölzer bzw. trockene Äste. Die meisten Weichhölzer sind Nadelbäume (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche) , die meisten Harthölzer Laub- oder Obstbäume (Buche, Birke, Eiche, Nussbaum, Kastanie)
Das Hartholz ist euer Feuerbohrer, das Weicholz braucht eine leichte Vertiefung oder Rinne, in die ihr das Weichholz einsetzen könnt, notfalls mit dem Messer oder einem spitzen Stein / Glasscherbe "ausbohren".

Füllt nun die Vertiefung mit etwas trockenem Sand oder sehr feinem Kies, das erhöht die Reibung. Mit dem zugespitztem Hart-Rundholz (Feuerbohrer) bohrt ihr jetzt so lange in dem Holz rum, bis das richtig heiss wird, benutzt eure Händflächen. Mit etwas Schnur (drumwickeln, beide Enden mit Schlaufen an die Daumen ...) könnt ihr das ganze noch verbessern und holt euch keine Blasen.

Wenn das Holz heiss genug ist (das Weihholz in erster Linie), dann bringt etwas von dem zerbröselten Brandbeschleuniger ein, wenn es anfängt zu qualmen, vorsichtig pusten. Klappt wahrscheinlich nicht beim ersten Mal, lasst euch nicht entmutigen, das funktioniert! Es muss nur lange genug gedreht bzw. genügend Hitze produziert werden!!!

Guckt am besten Mal das Video hier wenn euer DSL das hergibt: Survival! Staffel 4 Folge 3: Feuer bohren mit dem Handbohrer: Survival! Staffel 4 Folge 3: Feuer bohren mit dem Handbohrer: http://www.youtube.com/watch?v=ZibQm1GuVRc -

Feuerschlagen: im Idealfall mit Eisen und Magnesium (Magnesium brennt sogar unter Wasser mit 1200 Grad ! und ist zerspant sehr leicht entzündlich, siehe Wunderkerze...). Stahl und eisen verschiedener Härte gehen auch, wenn man weiss wie, dann sollte man einen Feuerstein finden. Das Prinzip ist auch Branddbeschleuniger-basiert, ihr spart euch also die lästige "Bohrerei".

Einfach mit dem Hartstahl (Messer z.B.) auf den Feuerstein bzw. das Magnesium oder den Weichstahl schlagen, bis Funken entstehen, die Funken dann halt in Richtung euer Häufchens Zunderschwamm oder Birkenrinde steuern. Trockenes feines Stroh (Osternest-Material) geht auch.

Viel Glück! Besorgt euch am besten ein Magnesium-Feuerzeug, ist so ein Magnesium-Plättchen, sehr leicht und man kann es wie eine "Hundemarke" um den Hals tragen oder in der Hosentasche mitführen. Damit könnt ihr auch feuchtes Material entzünden und bei jedem Wind und Wetter (auch im Winter) Feuer Machen !!!!



3. Trinkwasser finden und filtern: Die meisten Fließgewässer in Deutschland und auch die meisten (Bade-/Angel-)Seen haben Trinkwasserqualität, sofern Sie weit genug weg sind von Industrieanlagen oder Städten bzw. Kläranlagen. Ihr könnt Euch also nicht wirklich was "einfangen", schlimmstenfalls ist Durchfall angesagt.

Stehende Gewässer wie Teiche oder Weiher sind zu Meiden !!! Wasser, das nicht "in fluss ist" bzw. zirkuliert und sich so mit Sauerstoff anreichern kann (BELEBTES WASSER), ist voller Bakterien, nur wenige Arten wie Amphibien und der (chin.) Karpfen können in diesem Medium überleben!

Forellen, Saiblinge und Muscheln sind ein Indikator für Güteklasse 1-1a !! Hechte und Karpfen , Rotfedern und Barsche, sowie Frösche und Kröten, Salamander können auch in einer "Drecksbrühe" noch überleben, lasst euch nicht täuschen! Für einige Entenarten gilt ähnliches.

Einen Wasserfilter baut ihr euch aus einer Plastikflasche, deren Boden ihr wegschneidet (Messer, Glasscherbe).
Nun müsst ihr mit Kies, Sand, Schilfrohr (als Filter, Gras oder Textilien gehen auch) Schichten aufbauen. Zuerst (unten am Flaschenhals) das Filtermaterial, also Schilfrohr, Grass oder Textilien (abgekochter Socken z.B.), dann Kies, Sand, Kies, Sand, Kies schichtweise einbringen, fertig!

Falls ihr HOLZKOHLE habt (zum Beispiel vom letzten Feuer), zerbröselt diese und verwendet diese unbedingt mit!!! Holzkohle ist ein natürlicher Bakterien und auch CO2 Filter, ihr könnt Holzkohle sogar essen, falls ihr mal Magenprobleme habt (gibts auch als Tablette in der Apotheke, altes Hausmittel und bei Touristen sehr beliebt!)

WASSER ABKOCHEN FALLS MÖGLICH! Ne alte Büchse oder Coladose leisten hier gute Dienste, mit zwei Astgabeln oder einem Ast durch die Öffnungslasche (falls vorhanden) könnt ihr das Ganze gefahrlos bugsieren.


Viel Spass beim Ausprobieren und stöbert ruhig mal auf YouTube nach "Survival", es lohnt sich !!! :mrgreen:

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