NORDKURIER Neubrandenburg 15-5-1993 - erstmals im Osten

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oeff oeff
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NORDKURIER Neubrandenburg 15-5-1993 - erstmals im Osten

#1 Beitragvon oeff oeff » Mo 2. Jun 2014, 05:19

TANTER, Annett: Wahrheitspilger ohne Papiere. Begegnung mit einem Aussteiger, der Macht und Besitz ablehnt. In: NORDKURIER, Neubrandenburg, „Wochenendkurier“ - Sonnabend, 15. Mai 1993, unter der Rubrik „Denkweisen“

[Foto. Unterzeile: Öff Öff, der Wahrheitspilger, machte seine Gesprächsangebote auch in Schwerin.]



Wahrheitspilger ohne Papiere
Begegnung mit einem Aussteiger, der Macht und Besitz ablehnt


Von unserer Mitarbeiterin Annett Tanter
[Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Richtig geschrieben heißt sie wohl Annett Tenter...]

Schwerin. Sechs Tage war er in der Stadt. Saß im Schneidersitz bei jeder Wetterlage bis zum Einbruch der Dunkelheit auf der belebtesten Einkaufsstraße Schwerins vor dem Bretterzaun einer Baustelle. Dort wartete er geduldig – warm eingepackt im selbstgestrickten Pullover - auf neugierige Passanten, die zu einem Gespräch bereit waren.
Wahrheitspilger nennt er sich oder auch Wanderpilger. [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: „Wanderpilger“ ist etwas sehr tautologisch; ich sagte damals: „Wahrheitspilger“ oder auch „Wanderprediger“...] Bereits im Dezember 1991 entschied er sich für ein recht ungewöhnliches Leben am „Rande der Gesellschaft“. Ohne große Habe, nur mit tragefähigem Sack und Pack zieht er seitdem durch deutsche Lande, anfangs noch mit einem Freund. Der Freund zog wieder ein festes Dach über dem Kopf vor und lebt heute in einer christlich orientierten Gemeinschaft in Gettdorf bei Kiel.

Name ohne Bedeutung

Der „Wahrheitspilger“ nennt sich selbst Öff! Öff!; seinen gebürtigen Namen Jürgen Wagner „legte er somit ab“, weil er damals kein Mitspracherecht hatte, als man ihm diesen Namen gab. „Was sagt denn schließlich ein nicht freigewählter Name über die Persönlichkeit eines Menschen aus!“ Sein „neuer“ Name habe keine Bedeutung, die Leute seien darüber nur zumeist recht verwundert. Es will das „bürgerliche Sicherheitsdenken in einem Machtstaat voller Gewalt“ öffentlich anprangern und die Leute in ihrem Innern berühren. Öff! Öff! unterbreitet rücksichtslos seine Theorien über die Wahrheit der Welt, auch denen, die diese nicht hören wollen, und wirft somit Fragen für ein verantwortliches Leben auf. Dies macht er allerdings nicht, ohne unmittelbar angesprochen zu werden, sondern nur auf freiwilliger Basis, denn „das fruchtet mehr“.
Es kann auch vorkommen, daß er in eine Religionsunterrichtsstunde eingeladen wird, wo er dann mit den Schülern - wie ein Lehrer - ins Gespräch kommen kann und Vorträge hält. Die Schüler fänden zumeist diese Art von Unterricht sehr gut; allerdings sind aufgeschlossene Lehrer dafür die Voraussetzung. „Wir leben in einem Herrschaftssystem, im dem nur der Stärkere recht bekommt.“ Dagegen setzt er seine Ideale, die da heißen: freiwilliges Teilen entgegen der bestehenden Güterverteilungswelt. [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Schön, dass das Kernprinzip von Schenker-Bewegung mit „freiwilligem Teilen“ gut widergegeben ist; des öfteren gab und gibt es ja leider auch das Missverständnis von Schenken als willkürlichem Geben, so wie ein Millionär seiner Freundin einen Porsche schenkt – was natürlich nicht gemeint ist. Ich beschrieb auch damals „Schenken“ im Sinne „friedlichen (menschheits-familiären) Teilens“, man kann auch sagen „ressourcen-orientierten Wirtschaftens“, wo man Geben und Nehmen einfach in gemeinsamer Planung nach dem Wohl des Ganzen gestaltet... Statt „Güterverteilungswelt“ sprach ich normalerweise – als Lieblingsbegrifflichkeit – von „entgegen dem bestehenden (Güterverteilungs-)System“; denn ich unterschied immer entschieden zwischen „Dingen, Menschen, Welt etc.“, was ich alles nicht ablehne, und dem „(Spielregel-)System“, also Umgangsweisen von Menschen mit Dingen und Menschen, wovon ich einen wesentlichen Teil der „System-Maßstäbe“ aus Verantwortungs-Gründen ablehnen muss...]
Öff!Öff! hat Theologie und Philosophie studiert, um auf seine Fragen eventuell Antworten zu finden. Allerdings konnte ihm die Kirche wohl nicht dabei helfen, damals als er noch aktives Mitglied in ihr war. Auch sie sei „in ungerechten Herrschaftsstrukturen verstrickt“. Heute ist er aber grundsätzlich bereit, sich tolerant über Grundinhalte zu einigen, „denn die gibt es nun ja auch!“, sagt er grinsend. Er betrachtet sich als nicht festgefahren in seinen Überzeugungen, allerdings aber als „radikal gewaltlos“.
Er verlangte von sich Ehrlichkeit und Verantwortung, die im Einklang mit seinen Überzeugungen zu stehen hätten. Als Prediger habe er Glück und Erfüllung finden können und Ruhe in seiner Seele. Macht und Besitz lehnt er vollkommen ab, so auch jeglichen Zwang zu fremden Leistungen [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: ich sagte „Zwang zu entfremdeten Leistungen“...] sowie den mörderischen Umgang mit der Natur, wie er seiner Meinung nach besteht. Der „Wahrheitspilger“ wandert oder trampt durch deutsche Lande, wobei er nun auch zum ersten Mal nach Ostdeutschland kam.
Öff! Öff!, alias Jürgen Wagner, will kein Geld, verzichtet auf Arbeitslosen- und Sozialhilfe, lehnt auch Betteln ab. „Höchstens geschenkt, aber nur aus ehrlichem Bewußtsein heraus.“ Dabei handelt es sich dann vorwiegend um Essen und Trinken. Aber was er nicht braucht, verschenkt er weiter, ganz seinen Prinzipien folgend. Und er brauche nicht viel, wie er sagt. Manchmal kann es aber auch vorkommen, daß er eine ganze Woche lang fasten muß, weil ihm niemand etwas zu essen gab. Er ist so konsequent, daß er Spenden aus Mitleid ablehnt. In erster Linie aber sucht er das Gespräch mit den Menschen auf der Straße. Dabei macht er keine Unterschiede, um wen es sich dabei handelt und wie alt diese sind. Für ihn sind alle Menschen gleich.
„Nicht alle Leute reagieren skeptisch oder abweisend.“ Immer wieder bleiben vereinzelt Neugierige stehen, die ihn anfangs vielleicht noch für einen seltsamen Abkömmling eines neuen „Gurus“ halten; jene aber, die den Mut zu einem Gespräch finden, merken sehr bald, um was es geht, wer er ist: „Ich will lediglich, daß die Leute mal auf ihr Gewissen horchen und sich vielleicht fragen, was nicht in Ordnung ist in der Welt und somit auch in ihrem Leben! Aber es könnten mehr sein.“ Die meisten gingen gleichgültig an ihm vorbei, tun so, als sähen sie ihn nicht, „denn die Leute wissen ja in den meisten Fällen, daß sie ihren Verdrängungen unterliegen.“
Es kann auch vorkommen, daß er beschimpft oder bedroht wird, auch körperlich, dabei ginge nicht alles spurlos an ihm vorbei, „aber das ist zum Glück die Ausnahme, und mich wirft Gott sei Dank so schnell nichts aus meiner Bahn!“ Da werden wir jäh von einem Mann Anfang 50 unterbrochen. Mit hochrotem Kopf brüllt er: „So was wie du gehört hinter Gitter, Arschloch!“ „Ach, das ist noch das Harmloseste! Es gibt auch gewalttätige Radikale, zumeist sich langweilende Jugendliche.“ Das Problem sieht er dabei in der momentanen Orientierungslosigkeit in deren Leben, dem Fehlen von Beschäftigung und einem Sinn überhaupt. Den aber müßten sich die jungen Leute auch selber schaffen können, wenn ihnen keine Möglichkeiten geboten werden. „Da sind grundsätzlich die Eltern und Pädagogen gefordert.“ Als Optimist lebt er frei nach der Devise: „Schlägt man mir auf die linke Wange, so halte ich auch noch meine rechte hin.“ Zumeist verunsichere das die Aggressiven so sehr, daß sie von ihm ablassen. Habe ich das nicht schon mal gehört? Da war doch die Bergpredigt... [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Ich sagte nicht „Optimist“, sondern „Pazifist“... Als „Optimisten“ würde ich mich höchstens im 'ausgearbeiteteren' Sinne des „Buches Hiob“ oder von Leipniz und Hegel auffassen, dass wir insofern in der „schönsten aller denkbaren Welten leben“, als sie einem höchsten Plan des Welt-Geistes entsprechend betrachtet werden kann – auch wenn wir den hineingelegten Sinn, gerade auch der (scheinbaren) Widersprüche und des Leids, mit unserem beschränkten Verstand noch nicht im Einzelnen nachvollziehen können... Eine Sichtweise, die auch der heute von mir oft angesprochenen „Licht-Liebes-Arbeit“ ziemlich entspricht, für die ich gern als „Licht-Liebes-Lehrer“ zu wirken versuche... – Aber meist, vor allem damals 1993, sage ich nicht „Optimist“, sondern – in 'nüchternerem' Sinne -, dass ich ein „spiritueller Pragmatiker“ bin, so nach dem Motto: Was muss ich den Menschen an Gutem zutrauen (und zumuten), damit das nötige (global) Verantwortliche zustande kommen kann?... Es soll ja auch – im Sinne der Schenker-Bewegungs-Logik, nach einem „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner (für globale Verantwortung)“ suchen zu wollen – nicht vermeidbar irgendein im wesentlichen verantwortungs-bereiter und -fähiger Mensch ausgeschlossen werden, z.B. weil er mit „schönster der denkbaren Welten“ oder „Licht-Liebes-Arbeit“ (noch) nichts anzufangen vermag...]

Im Sinne Tolstois

Öff! Öff! wirft die Frage auf, ob das Leben, so wie es existiert, wirklich ein wahres sein kann? „Schlußfolgernd daraus müsse man über all die bestehenden Ungerechtigkeiten nachdenken, und das würde bedeuten, sein Verhalten zu ändern. Dazu aber seien die meisten aus Bequemlichkeit nicht bereit!“ Er versteht sich selbst als einen „kritischen Christen im Sinne Tolstois“, als jemanden, der mit der Kirche nicht einverstanden sein könne und deshalb vor einigen Jahren bereits aus ihr austrat. „Denn Christ zu sein hat für mich nichts mit Kirche zu tun, ganz im Gegenteil sogar!“ Dabei ist es für ihn selbstverständlich, daß es auch gute Vertreter in den Kirchenreihen gibt. [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Ich bezeichne(te) mich auch als einen „freischaffenden Priester“, aber auch - religionsübergreifend - als einen freidenkenden „Jain“ oder „Buddhisten“ oder „Hindu im Sinne Gandhis“... - oder auch einfach als einen „Freidenker“ bzw. „Aufklärer“, und in allererster Linie als einen „Vernunfts- oder Gewissens-Menschen“...]
Ebenso versuchte er „aus dem Staat auszusteigen“: Er schickte dem Bundespräsidenten seine kompletten Personalpapiere. [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Ich schickte nur meinen Personalausweis an den Bundespräsidenten, weil es mir entscheidend um eine gültige Symbol-Handlung ging (im Unterschied dazu, auf missverständliche Weise „Papiere einfach nicht in ihrer Gültigkeit bei den Ämtern verlängern zu lassen“ oder „sie zu verlieren“ usw.) – denn ich wollte in den Augen eines jeden redlich denkenden Menschen als offen, öffentlich und gültig meinen Austritt erklärend dastehen, einschließlich dass alle solchen redlichen Menschen den (Bürger-)Vereinnahmungs-Versuch des Staates (als Kinder schon, ohne Entscheidungs-Möglichkeit, auch später nicht...) mit mir gemeinsam dann als unlauter zurückweisen könnten... – Natürlich verwendete ich von Stund an auch keine anderen Papiere mehr in einer Funktion als 'Mitglieds-Nachweis' für das Staats-System; ich sah mich klar als „ausgetreten aus diesem Verein“...] Das schaffe ihm manches Mal einige Unbequemlichkeiten mit den „Ordnungshütern“, aber auch dieses Risiko gehe er ein. Er steht zu seinem Entschluß, „mit diesem Staate nicht einverstanden zu sein“, und deswegen habe er dieses symbolische Zeichen gesetzt. Somit gibt es ihn per Gesetz überhaupt nicht mehr, er bewegt sich illegal nach den bestehenden Paragraphen. [Kommentar von Öff Öff 30.5.2014: Das habe ich natürlich nicht so gesagt, denn es ist ja gerade ein Anzeichen der ideologischen Muster in den Köpfen der Menschen, wenn sie annehmen, ohne Papiere gar nicht mehr zu existieren... Ich habe auf derartige ideologische Muster hingewiesen... Es ist wirklich bemerkenswert, dass eine Herrschafts-Struktur, welche die Regierung über die Menschen übernimmt, sie schon als Kinder vereinnahmt, ohne je den grundlegenden System-Rahmen als Frage und Angebot(!) - mit attraktiven Argumenten am besten - hinzustellen und sich von einem 'Ja' abhängig zu machen, den Menschen einprogrammieren kann, solche Herrschaft sei eine elementare Existenz-Voraussetzung für sie...]
„Das könnte natürlich auch an den Grenzen Schwierigkeiten geben, versucht habe ich es aber noch nicht, denn ich sehe meine Aufgabe hier in Deutschland. Im schlimmsten Falle würden sie mir mit ihren Waffen drohen, vielleicht sogar schießen, aber sie müßten in jedem Fall über die Komik bzw. die Tragik dieser Situation nachdenken, und das hätte dann ja auch seinen Sinn...“

Suche nach Gleichgesinnten

Auch medizinische Hilfe gegen Bezahlung lehnt Öff! Öff! vollkommen ab. Auf seinem Stirnband steht der Satz: „Medizinische Hilfe nur geschenkt!“
Gern folgt er Einladungen zu Gesprächen seitens der Kirche, so auch in Schwerin. Vertreter der katholischen wie auch der evangelischen Kirche luden ihn zu Diskussionen ein, somit war auch für Speis und Trank und für eine Unterkunft gesorgt.
Öff! Öff! ist auf der Suche nach Gleichgesinnten, die auch bereit wären, sich auf ein Leben einzulassen, wie er es gewählt hat, „denn alleine kann ich nicht soviel bewirken, wie es mehrere könnten.“ Besonders wichtig sind ihm aber auch Gemeinschaften von unabhängigen Leuten, die kollektiv, gerecht und verantwortlich im Prinzip der Eigenversorgung leben. „Von denen kann es gar nicht genug geben!“ meint er.
Zum Abschluß sagte er mir noch, daß ich unbedingt von einem französischen Projekt berichten solle, der „ARCHE“-Bewegung, eine gut funktionierende, sich selbstversorgende Landgemeinschaft. In den USA haben sich die „Catholic Worker“ mit den „Häusern der Gastfreundschaft“ eingerichtet, zu der sich die „Opfer der Gesellschaft“ flüchten können. Dabei würden keine Unterschiede oder Ausgrenzungen gemacht, egal ob es sich um ehemalige Alkohol- und Drogensüchtige, Ex-Häftlinge, Obdachlose oder um Entlassene aus psychiatrischen Kliniken handele. „In diesem bisher leider einmaligen Projekt stehen die Türen für jeden Menschen offen, und das Zusammenleben sowie das Erlernen einer neuen Integration zurück in die Gesellschaft funktioniert sehr gut.“
Er betrachtet beide Einrichtungen als eine sehr positive Entwicklung und hofft auf Interessenten und Nachahmer in Deutschland, die echte Toleranz und Humanität beweisen wollen.
[Kommentar Öff Öff 2.6.2014: Man muss zugeben, dass die "Arche-Bewegung" einen ziemlich starken Rückgang erlebt hat, wegen Nachwuchs-Mangel, Sekten-Angriffen des Staates usw... -- und aus meiner Sicht aber auch wegen einer nicht ausreichend geweiteten Freiheits-Vorstellung: zuviel Engführungen auf die Gründer-Person und ihre (gesamte) Literatur (- wo aus meiner Sicht nach Einigung über allernötigste Grundwerte auch ein Gründer für alles weitere sich in gleichberechtigte Konsens-Suche einordnen sollte, im Sinne von "Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens"... -)..., zuviel Abstriche von radikalen (Anfangs-)Konzepten und Fixierung in (äußeren) Etablierungs-Formen..., zu wenig innovativ ausgerichtete Vernetzungs-Initiativen usw... Gleichwohl rechnet sich Schenker-Bewegung(SB) weiterhin gern zum "Arche-Freundeskreis" und sieht sich auch als einen Teil von Gandhi-Nachfolge-Bewegung (in Europa)... ---- Und was das "Catholic-Worker(CW)-"Konzept angeht (- wo sich SB auch gern mit zu dieser Bewegung zählt, unser "Haus der Gastfreundschaft" in Dargelütz auch in den "Houses of Hospitality"-Listen des Catholic Workers mit aufgelistet ist... -), ist da z.T. eine zu große Enge, was religiöse Bindungen angeht (- wenn Dorothy Day, zusammen mit Peter Maurin Gründerin des CW, der Auffassung war, auf Anordnung von Bischöfen wäre sie bereit, die "Häuser der Gastfreundschaft" zu schließen... -)..., und ich bin auch nicht zu euphorisch bzw. naiv optimistisch, was die Erfolgserfahrungen bei solcher offenen Sozialarbeit angeht: Man muss nicht so weit gehen wie der desillusionierte Spruch unter französischen Emmaus-Leuten, dass man mit den Menschen von der Straße in vielen Fällen die Erfahrung mache, wie "bete et mechant" ("dumm und unverschämt") der Mensch sei... Aber man sollte sich immer im Bewusstsein halten, dass man solches hingebungsvolle Engagement vor allem wegen der breiten und langfristigen nötigen Perspektive macht, dass Menschen ausreichend zu "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur kommen --- und nicht, weil die Einzel-Erfolge des Augenblicks so mitreißend wären - zumindest ohne sich innerlich davon zu sehr abhängig zu machen... Es ist eine echte Kunst a) einerseits für diejenigen, die sich um die Bedürftigen kümmern, dabei wirklich möglichst in der LIEBE zu sein und zu bleiben...; und b) für die Bedürftigen, sich bewusst zu machen, wie wertvoll es ist - für sie selbst ja auch, aber auch darüber hinaus... -, alles ihnen Mögliche auch beizutragen, damit Hilfs-Konzepte, die auf Freiheit-Geben und Liebe beruhen, sich als erfolgreich erweisen können -- anders wäre es ja wohl für niemanden schöner...]

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