Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

Nachricht
Autor
oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#1 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:10

"oeff oeff" postete am 27.8.2010:

Hier stelle ich ein paar Interviews hinein, die ich auch bereits im schenkerbewegung.plusboard.de-Forum veröffentlicht habe ((dort findet man noch Massen mehr an Fragen und Antworten von mir; ich werde nur einen Teil davon hier ins Forum übernehmen, für den Rest kann man ja dort nachlesen...))



UND ICH VERBINDE DIESEN EINGANGS-BEITRAG GLEICH MIT EINER WARNUNG! LEIDER HABEN DIE SPÄTEREN BEITRAG-SCHREIBER HIER IM THREAD DIE FORUMS-REGELN, INSBESONDERE VERZICHT AUF BELEIDIGUNGEN UND KINDEREIEN, NICHT SO RICHTIG EINHALTEN KÖNNEN...
DA IN IHREN BEITRÄGEN ABER AUCH EINIGE BEDENKENSWERTE INHALTE VORKOMMEN, LASSE ICH SIE EINE ZEIT LANG IM ORIGINAL STEHEN, BEVOR ICH ZUMINDEST DIE HEFTIGSTEN BELEIDIGUNGEN IN DEN BEITRÄGEN DURCH "XXX" ERSETZEN WERDE...
DER USER "PUPPSBURGER AUGENKISTE" WURDE MITTLERWEILE VON MIR AUCH WEGEN SOLCHER WIEDERHOLT VORKOMMENDEN HEFTIGEN BELEIDIGUNGEN GESPERRT...

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------




Liebe LeserInnen!

Da ich gerade mal wieder ein langes Interview schriftlich beantwortet habe, will ich Euch daran auch Anteil geben... Zumal so Einiges aus der letzten Zeit bzw. an Forums-Geschehnissen auch darin wiederklingt...

Euer Öffi

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Interviewfragen:

1.Viele Menschen kennen Dich aus dem Fernsehen, wie hat sich dein Leben seitdem verändert?
Ich habe weiterhin oft mit Medien zu tun. Und ich bin bekannt wie ein bunter Hund. Oft kommen Leute zu mir, um sich mit mir fotografieren zu lassen oder sich ein Autogramm aufschreiben zu lassen...
Toll finde ich, daß ich in letzter Zeit nicht mehr nur als der „wilde Waldmensch“ in den Medien erschien, sondern mir auch als „Lebensberater im Anzug“ eine zweite Rolle zulegen konnte, welche zeigen kann, daß man sich in verschiedenen äußeren Formen für Liebe und Schenken (das Hauptanliegen von Schenker-Bewegung) einsetzen kann...
Schon vorher war ich – indem ich jahrelang als freiwillig obdachloser „Pilger“ von einer Fußgängerzone zur nächsten zog und dort Plakate aufhängte – oft schwerpunktmäßig mit Öffentlichkeits-Arbeit beschäftigt. Das hat nun noch zugenommen und sich mehr in „Büro-Arbeit“ umgewandelt, vor allem in Form von Telefonanrufen oder Internet-Korrespondenz, in Mails oder Foren...
Ein großer Teil der neuen Interessenten, die in unsere Schenker-Bewegung kommen, ist durch die Medien-Berichte angestoßen worden...
Und es wird mir oft die Frage gestellt, ob ich nicht durch die Medien mittlerweile viel Geld bekommen hätte. Dazu gleich die Erklärung:
Ich arbeite auch mit den Medien – wie alles, was ich tue – nur geschenkt zusammen, ohne Bezahlung... („Schenken“ = „freiwilliges Geben ohne Bedingung einer Gegenleistung“) Ich sage den Medienleuten höchstens dazu, daß sie, „wenn sie so ein gutes Herz haben“ (- nicht als Bedingung meines Mitwirkens ! -), unseren gemeinnützigen „Schenker-Verbündeten-Vereinen“ etwas spenden können. Da sie das manchmal taten, half es den ständig leeren Kassen dieser Vereine ein wenig... ((Zu wenig, so daß ich Menschen, die was spenden wollen, weiterhin diesen Tipp gebe...)) Es sei gleich dazu gesagt: Diese Vereine dürfen nicht die Alltags-Bedürfnisse von Schenkern finanzieren (also keine Form von „Hintenrum-Finanzierung“ darstellen), sondern sich nur im Bereich Öffentlichkeitsarbeit (da auch in Kooperation mit den Schenkern), „Landbefreiung“ für selbständig sich versorgende Aussteiger-Projekte und höchstens noch mit einer „Notfallkasse“ für Unfälle etc. mitengagieren.
Für Nahrung, Kleidung, Wohnung etc. müssen die Schenker sich durch eigene unabhängige Quellen (aus der Natur, durch weggeworfene „Reste“ unserer Überfluß-Gesellschaft, oder durch Geschenke) selbst irgendwie „durchschlagen“...

2.Du lebst am Rande der Gesellschaft, gegen den Trend, ein konsumarmes Leben und doch trittst Du im Fernsehen auf. Wie lässt sich das vereinbaren?
Ein Kernideal von mir ist Gewaltfreiheit. Gewaltfreiheit bedeutet, anderen Menschen als ebenfalls denkfähigen Wesen eine grundlegende Gleichberechtigung anzuerkennen und ihnen (sogar auch Andersdenkenden und Gegnern) dementsprechend ihre Freiheit zu lassen bzw. zu geben. So daß sie gemäß ihrer Eigenregie, ohne Bevormundung und Manipulation, selbst über ihr Leben und Verhalten entscheiden können. Statt Bevormundung will ich mich an ihre eigene innere Instanz, ihre Vernunft und ihr Gewissen wenden, und sie aus eigener Einsicht und Freiwilligkeit das Richtige herausfinden lassen...
Solche Gewaltfreiheit muß sich vor allem in Bewährungsproben zeigen: Jeder kennt den Spruch „die andere Wange hinhalten“ (natürlich um in beschriebener Weise das Gewissen des Anderen zu provozieren)...
Ich praktiziere solches „Freiheit-Geben auch zu aus meiner Sicht Verkehrtem oder Gefährlichem“ an verschiedenen Stellen, z.B. auch in einem Haus, wo wir Sozialarbeit verschenken...
Und wenn ich da z.B. auch einen aggressiven suchtkranken Kriminellen bei mir aufnehme, der mich vielleicht mit Mord bedroht... -- dann wäre es völlig unverhältnismäßig, wenn ich andererseits einen (TV-)Journalisten, der über mich einen Bericht machen möchte, abweise und wegschicke...
Also schon aus dieser Gewaltfreiheit heraus muß ich die Medien-Leute konstruktiv behandeln und sie – geschenkt, und ohne Kontrolle oder Zensur – „machen lassen“, ausdrücklich auf ihre eigene Verantwortung... Und auch wenn sie was Verlogenes oder Verzerrendes draus machen, stelle ich mich („andere Wange hinhaltend“) das nächste Mal wieder frei zur Verfügung...
Natürlich sage und mache ich vor der Kamera nur Wahrhaftiges, d.h. ich lebe nichts vor den Medien, was nicht auch ohne die Medien in meinem Leben vorkommt... (Und gegenüber gelegentlichen Kritiker aus den eigenen Reihen, die meinen Umgang mit den Medien so nicht richtig finden, bin ich auch da immer äußerst gesprächsbereit, kompromißsuchend... - und auch denen die größtmögliche Freiheit zum Andersmachen eröffnend...)
Aber ich muß auch sagen: Öffentlichkeitswirkung ist eines meiner wichtigsten Ziele, für das ich sowieso arbeite. Bekannt zu sein, heißt noch nicht, die Menschen zu verändern, ist aber eine Voraussetzung dafür. Insofern finde ich es gut, wenn in den Medien über Inhalte wie Schenker-Bewegung berichtet wird... Und es ist in meinen Augen auch gut, wenn speziell auch Boulevard-Medien über sowas berichten, statt nur über ablenkenden Unterhaltungskram... Und natürlich finde ich „seriösere“ Medien auch toll, aber die scheinen aus gewissen Gründen etwas „gehemmt“ zu sein, radikale Inhalte wie eine grundlegende „Struktur-Revolution der Liebe“ wirklich zum Thema zu machen... Gerade in so kritischen Zeiten wie jetzt, wo die Situation eigentlich nach grundlegender Veränderung schreit, gilt für die „etablierten Kreise“ scheinbar stark der Spruch: „Es muß alles anders werden – aber es darf sich nicht viel ändern!“
Wenn da doch irgendwo mehr „Aufbruchs-Bereitschaft“ ist (für echten „Change“) - ich bin immer offen für eine anspruchsvolle Auseinandersetzung über Inhalte...
Die Boulevard-Medien kommen in hohem Grade wegen des äußerlich Sensationellen, der „Zirkus-Nummer“ eines Menschen, der aus dem Staats- und Geld-System ausgestiegen ist, nur Geschenke mit anderen Menschen austauscht, und der im Wald lebt... Da gibt es auch kaum jemand Anderen, der das so macht wie ich, als Schenker ohne Staat und Geld seit 18 Jahren (- im Wald leben ist nicht so wesentlich, ich wohne seit 3 Jahren überwiegend so -)... Sie berichten oft oberflächlich und sehr plakativ, - aber sie berichten...
Während ich auf der anderen Seite mal von einer bekannteren „christlichen Zeitung“, „Publik-Forum“, einer sogenannten Zeitung für kritische Christen, den Eindruck vermittelt bekam, „ohne Geld leben könne nichts Seriöses sein“... (Obwohl Jesus das ziemlich anders gesagt hat und seine Jünger ohne Geld aussandte, damit sie nur Geschenke austauschen...)
Da trifft man dann auf „Anpassungs-Ideologie“, die ich nicht „seriöser“ finde als die „Boulevard-Berichterstattung“... Es sind nur verschiedene Ebenen der Unwahrhaftigkeit...
Aber ganz ganz langsam fängt es zur Zeit sogar auch an, daß Schenker-Verbündete eigene Medienarbeit machen wollen, z.B. mit einem „ 'Schenker-Kanal' von Schenkerbewegung“ auf Youtube etc... Und ein bißchen Musik auf myspace usw... Und natürlich auch unsere eigenen Websites: http://www.die-schenker.net und http://www.die-schenker.de.cz oder http://www.oeffi.such.info ...
Und es kann beim Thema Medien auch zu ganz spannenden, kaum zu glaubenden Entwicklungen kommen: Während mich (Ex-)Schenker-Mitidealisten, die aus meiner Sicht mit ihren Alternativ-Ansprüchen an ihren Sucht-Anhänglichkeiten scheiterten, mal für verrückt erklären wollten, um mich beiseite schieben zu können, hat die Bild-Zeitung(!!!) dann einen psychiatrischen Test organisiert, der mich rehabilitierte: „nicht verrückt, hoch intelligent...“

3.Beschreibe kurz deine Ideologie, wie kam es dazu?
“Schenker-Bewegung” (die Bewegung der Menschen, die mit Anderen nur in Liebe Geschenke austauschen wollen, um insgesamt bzw. „organisch“ verantwortlich zu leben, „wie eine gesunde Zelle im Organismus der Welt“...) bedeutet den Versuch, auf möglichst unideologische Weise einen „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner für global verantwortliche Entwicklung“ anzubieten, mit dem von uns vorgeschlagenen Inhalt: Soviel Vernunft und Liebe unter den Menschen, daß sie wirklich „gemeinwohl-(konsens-)fähig“ werden...
Mehr sollte man diesen „Zukunfts-Menschen“ wohl nicht an Inhalten vorgeben wollen, sondern es dann, wenn sie dazu fähig geworden sind, ihrem „Gemeinwohl-Konsens“ überlassen...
Möglichst unideologisch bedeutet also: Soviel wie unbedingt erforderlich an Einigung, und ansonsten so viel wie möglich an Toleranz für Verschiedenheit... Zur Veranschaulichung erkläre ich immer: Gleichberechtigte Schenker könnten bei uns z.B. sein: ein buddhistischer Mönch, der sein Leben lang keine Frau anfassen will, neben einem monogamen Katholiken, neben einem Moslem mit seinem Harem, und auch neben einem anarchistischen Atheisten, der jede Woche seine 10 Freundinnen wechseln will...
Und ich habe Schenker-Bewegung auch so strukturiert, daß es einen fließenden Übergang vom kleinsten bis zum größten Schritt geben kann! So daß niemand durch zu hohe „Einstiegs- oder Entwicklungs-Schwellen“ gehindert wird... Wir haben nämlich neben der Kerngruppe der radikalen „Schenker“ (- deren “Schenker-Konsens” ein besonderes Gewicht hat, weil sie unsere Ideale ja auch leben und so eine besondere Gewähr bieten, alle möglichen Fragen wirklich gemäß unseren Idealen zu entscheiden... -) noch die große Gruppe der gemäßigteren „Schenker-Verbündeten“: Ein „Verbündeter“ ist so definiert, daß er unserem idealistischen Traum, der Schenker-Theorie („Frieden unter Menschen, damit es nach 'Argumenten statt Fäusten' gehen kann und wir auch Frieden mit der übrigen Welt hinbekommen...“), zustimmt, aber völlig offenlassend, ob und wieviel an praktischen Konsequenzen er ziehen mag... Er kann also noch völlig bürgerlich leben (- wir hatten als Verbündete schon einen Flugzeug-Bauer, einen Atomkraftwerks-Mitarbeiter und einen Soldaten... -) oder schon sehr „schenker-nah“... Und solche Verbündeten können, wenn sie wollen, z.B. in den gemeinnützigen Schenker-Verbündeten-Vereinen mitmachen oder auch schon in den Projekten von Schenker-Bewegung mitleben, auch in sehr normalen bürgerlichen Wohnungen, während vielleicht direkt neben ihnen radikale Schenker leben, die ohne Luxus, Ausweispapiere und Geld in Erdlöchern (sogenannten „Visions-Höhlen“) oder Jurten hausen...
Bzgl. konkreter Praxis arbeiten wir in Schenker-Bewegung in drei Lebensformen: a) als “pilgernde” Öffentlichkeitsarbeiter oder „Wanderprediger“ „auf der Straße“ (wie die großen Vorbilder Buddha, Jesus, Gandhi etc.), b) in Form geschenkter Sozialarbeit („so bedingungslos und familiär wie möglich“) in „Häusern der Gastfreundschaft“ bzw. „Armenfamilien“, und c) in “Selbstversorgungs-Dörfern” bzw. „Natur-Stämmen oder Wald-Familien“...

Wie es zu dieser Schenker-Weltanschauung kam?
Ich habe mit 13 Jahren bei einem Sonntagsspaziergang festgestellt, daß wir Menschen nicht automatisch bzw. instinktiv fürs Wichtigste und Richtigste leben, sondern unser Leben für Unwichtiges und Verkehrtes vergeuden können... Das wollte ich nicht, also ging ich auf die Suche, gemäß dem Motto: “Immer auf die jeweils wichtigste Frage, die ich finden kann, die bestbegründbare Antwort suchen...”
Innerhalb von wenigen Wochen kam ich dann zum Grundprogramm von Schenker-Bewegung: Am wichtigsten ist: „Wie werde ich glücklich?“... Dafür muß ich eine Vorstellung davon bekommen, was ich bin: „animal rationale“..., „Vernunft-Seele“..., d.h. Vernunft als geistige Fähigkeit, die mich soviel wie möglich nach Sinn suchen läßt, und „Seele“ als das, was mich mit dem (großen) Lebenszusammenhang verbindet... Fazit: Streben nach dem im Ganzen Sinnvollen und Lebensfreundlichen... Modern ausgedrückt: Engagement für eine global verantwortliche Entwicklung in der Welt... Dann ist am wichtigsten die Beschäftigung mit den Menschen, weil sie „das Steurruder der Entwicklung in der Welt in die Hände genommen haben“, über Gedeih oder Verderb, „gesundes Zellenleben oder Krebsgeschwür“ entscheiden... Dann wieder ist nicht gut, ihnen alle meine Lieblings-Meinungen und Spezial-Ideologien überstülpen zu wollen, sondern als Wichtigstes kommt es erstmal wohl nur auf einen „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner für global verantwortliche Entwicklung“ an... Als Inhalt dafür ist das Zustandekommen eines Entscheidungs-Mechanismus unter den Menschen am wichtigsten, wodurch „Argumente statt Fäusten“ zählen... Dafür müssen dann natürlich Vernunft und Liebe in und unter den Menschen stark genug werden...
Und damit hat man das Kernprogramm von Schenker-Bewegung schon herausbekommen...

4.Warum hast Du deine Identität abgelegt? Abgelehnt?
Nicht böse sein: Aber wenn ich die Frage so stellen würde, würde ich entsetzt darüber sein, wie sehr ideologie-vereinnahmt durch das Geld-Herrschafts-System ich denke und spreche!
Ist das Abgeben von bürgerlichen Ausweispapieren, sozusagen des „Mitglieds-Ausweises“ für das Herrschafts-System, das Nicht-Mitmachen im Geld-System, oder auch die Wahl eines neuen (Künstler- oder Aussteiger-)Namens statt des von Anderen „Aufgestempelten“, gleichbedeutend mit Ablegen oder Ablehnen der „Identität“ (lat. „identitas“ = „Wesenseinheit“)???
Bin ich nur Mensch, wenn ich Bürger bin?! Oder bin ich nur Mensch, wenn ich ein „homo oeconomicus“ bin, ein gieriger Egoist, wie es die kapitalistische Wirtschafts-Wissenschaft definiert?!
Wie schon erläutert, definiere ich mich als „animal rationale“, als „Vernunft-Seele“... Und die will dem Gemeinwohl dienen, statt für egoistische Interessen herrschen... Egal, wie „unmodern“ das den zerrissenen „Sucht-Menschen“ von heute erscheint, für mich ist es gleichbedeutend mit seelenerfülltem Menschsein...
Und deshalb, als Ausdruck für „wahre Identität“, habe ich meinen Namen „Öff!Öff!“ aus bedeutungsleeren Lauten zusammengesetzt: Alle feste und aufgestempelte Bedeutung mal aufknacken, und an Alles die Frage stellen, was man eigentlich selbst wichtig und richtig findet...
Oder, gemäß dem Spruch von Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, der Faulheit oder Feigheit, selbständig zu denken!“ Denn “der Mensch ist, was er von sich weiß (Hegel), und was er aus sich macht (Sartre)”...

5.Wie siehst Du den Menschen von heute?
In absolut erschreckender Zahl mittrottende, abgestumpfte Wesen in der kapitalistischen Sucht-Gesellschaft... Hauptsächlich an Geld und Spaß-Konsum interessiert... Seine Willkür-Launen und egoistischen Interessen über Vernunft und Gemeinwohl stellend... So entfremdet, daß ihm sein eigenes Wesen, seine Vernunft und sein Gewissen, eher wie ein 'fremdbestimmender Diktator' erscheint, wovor man fliehen müßte... Machen können, was man (willkürlich) will, statt nach der eigenen Vernunft oder dem Vernunft-Konsens mit Anderen gehen zu wollen... „Freiheit“ ist viel stärker „Aus-Zusammenhängen-gelöst-Sein“ statt „Einsicht ins Sinnvolle oder gemeinsam Notwendige“... Immer mehr ergibt das die 'Orientierungsfähigkeit' und das 'Wohlgefühl' von „aus dem Gesamtbild herausgerissenen Puzzle-Teilen“... Mit sich verdichtendem Sinnlosigkeits- und Frust-Druck... Mit Streit unter Verwandten ums Erbe und ähnlichem als Hauptthemen... Mit Beziehungspartnern, die einander oberflächlich konsumieren und verlassen, wenn es unangenehm wird bzw. Beziehungsarbeit erfordert... Mit vereinsamten Alten, die sich mit Sahnetorte und vielen Medikamenten beruhigen müssen und tausendmal dieselben oberflächlichen Alltags-Anekdoten erzählen, weil man ein Leben lang jede echte Tiefe in Oberflächlichkeit verdrängt und ersäuft hat... Ein Zunehmen psychischer Krankheit als Selbstverständlichkeit...
Wenn so ein Lemming-Mensch noch Disziplin aufbringt, dann reicht es vielleicht gerade noch für eine angepaßte Bürger-Rolle mit privater Tellerrand-Existenz, aber nicht für eine weitergehende Freiheit des sich in seinen Grundlagen selbstbestimmenden und selbstorganisierenden Lebens...

6.Wie den Menschen von Morgen?
Wenn es noch ein „nachhaltiges“ Morgen geben soll, dann muß sich m.E. der „organische selbstorganisierende Mensch“ entwickeln, der als Vernunft-Seele eine „gesunde Zelle im Organismus der Welt“ sein will... Der all sein Tun, auch sein Geben und Nehmen etc., danach richtet, was der Steuerung und dem Wohl des Gesamt-Organismus entspricht... So wie die Zelle im Körper nicht da, wo sie etwas gibt, gleich Vergeltungs-Gegenleistung will, sondern das, was sie braucht, vielleicht von ganz anderer Stelle bekommt und in anderem Maß... Individuelles Vergeltungs- und Nutzen-Kalkül als entscheidender Maßstab verhindert viel zu sehr solches komplexere Gesamtwohl-Verhalten... Ein weißes Blutkörperchen könnte sich so nie zum Wohle des Gesamtorganismus im Kampf gegen Krankheits-Erreger zum Absterben bereit finden, sondern würde lieber als Krebs weiterwuchern...
Ein solcher „organischer Zusammenhang“, wo alle Teile – durch ihr inneres “Zellprogramm” – das Programm des Ganzen in sich tragen, ist zugleich auch das Vernünftigst-Denkbare, da es den funktionierendsten, weitestentwickelten Gesamtsinn ermöglicht, und es ist zugleich das Liebevollst-Denkbare, da es die komplexeste und harmonischste Vereinigung bzw. Identifikation aller Teile miteinander darstellt...
Wir werden ohne solchen organischen Zusammenhang, Sinn und Liebe wohl nicht auskommen können, da es zum Einen die Wesens-Sehnsucht und -Entfaltung unseres Geistes bzw. der Vernunft und unseres seelischen Liebesbedürfnisses ist, - und weil zum Anderen unsere werkzeug- und waffen-schaffende Intelligenz anders als durch so ein höchstentwickeltes Sinn- und Moral-Bewußtsein wohl nicht ausreichend zu bändigen sein dürfte...
Nüchterner formuliert: Damit es klappen soll, daß die Zukunftsmenschen sich zusammensetzen und vernünftig gemäß dem Gesamtwohl entscheiden, muß ihre Vernunft- und Liebes-Fähigkeit wohl möglichst ausgereizt werden... Und natürlich werden sie dabei auch untereinander friedlich miteinander teilen: Statt „Privat-Eigentums-Konkurrenz-Kämpfen“ werden sie insofern „gütergemeinschaftlich“ denken, daß “Jeder nach seinen Fähigkeiten Aufgaben erhält, und nach seinen Bedürfnissen Anteil an den Früchten der Arbeit bekommt, damit es für Alle fair ist bzw. damit es allen (gleich) gut geht“...

7.Was denkst Du über die Weltwirtschaftskrise?
Wenn die Menschen vernünftig sein wollen, jeder Einzelne in seinem Innenleben, und per Vernunft-Konsens auch in der Gemeinschaft, und per „Konsens-Gesellschaft geschwisterlichen Teilens“ auch im gesellschaftlichen Rahmen --- dann ist es immer noch eine ernstzunehmende, anspruchsvolle Aufgabe, das gesamtverantwortliche Handeln und eine global verantwortliche Entwicklung hinzubekommen...
Wenn die Menschen aber statt solchen Abwägens vernünftiger Argumente die Entwicklung irgendwelchen anderen Eigen-Mechanismen wie „Markt-Gesetzen“ (z.B. „Angebot und Nachfrage“ statt „Notwendigkeit und Anständigkeit“, „Vergeldtungs-Logik nach Leistungs-Prinzip“ statt vertrauenschaffender Gerechtigkeit, Profitgier statt besonnenem Maßhalten und ökologischem Bewußtsein...) oder irgendeiner Form von Macht- oder „Recht des (äußerlich) Stärkeren“-Durchsetzung („Fäuste – oder Mehrheiten etc. - statt Argumente“) überlassen ----- wer kann da im Ernst glauben, daß das gut geht?!
Die Menschen als einen Haufen von Egoisten anzusehen, die durch ein paar “Markt-Spielregeln” zum Gemeinwohl gebändigt werden könnten, oder Sichtweisen wie „Wenn Jeder an sich denkt, ist an alle gedacht...“ , oder auch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ sind doch allzu offensichtliche plumpe Illusions-Rechnungen, die nicht aufgehen können...
Es braucht sich doch nur ein Jeder mal zu fragen, wie geborgen er sich in einer Hausgemeinschaft fühlen wird, wenn die dort mitlebenden Menschen so sind...
Egal, was wir dann alles zu regeln oder zu kontrollieren versuchen, ohne ein wirkliches Zusammengehörigkeitsgefühl und Vernünftigkeit und Anständigkeit der Menschen werden wir uns nirgends geborgen fühlen können -- und sind nach voraussagbaren wiederkehrenden Krisen irgenwann „verraten und verkauft“...
Auch auf (Öko-)Technik-Fortschritt zu bauen und deshalb ein wirkliches Verantwortungs- und Moral-Bewußtsein der Menschen als verzichtbar anzusehen, ist so eine plumpe Illusions-Rechnung... Ohne eine wirkliche Vertrauensbasis können wir einander und unserem Zusammenleben im Wesentlichen eben nicht vertrauen...
Aber die Welt und das gegenwärtige Wirtschafts-System ist m.E. noch viel zu sehr – trotz der Obama-Vorstellungen von „Change“ und ähnlichem - in der “Knechtschaft als Melkkuh der Privilegierten, der Reichen und Mächtigen”...
Und deshalb werden mit den Finanzhilfen und „Wirtschafts-Reparatur-Maßnahmen“ weiterhin viel zu sehr „Seifenblasen-Spekulanten“ (bei Krediten, an Börsen etc.) saniert und die derzeitigen Wirtschafts-Mechanismen und Macht- und Eigentums-Unterschiede mit Krücken gestützt – statt daß mal ernsthaft über eine „Struktur-Revolution bzw. -Transformation der Vernunft, Liebe und Verantwortung“ nachdenken wollte...
Wenn wenigstens mal offene Forschung über diese Fragestellungen und Experimente zugelassen bzw. gefördert würde... Und auch die Wissenschaft sich der Frage geeigneter Zukunftsmenschen wirklich stellen würde... Wir von Schenker-Bewegung würden uns als freiwillige Versuchskaninchen, wie verantwortliche Zukunfts-Menschen funktionieren könnten, zur Verfügung stellen...
((Ich sage eh schon immer, auch gegen Vorwürfe, ich sei nicht ehrlich bzw. echt, daß z.B. der Verfassungsschutz mir gern eine ständig zu tragende Kontroll-Sonde geben könnte, um meine Echtheit zu prüfen...))

8.Hast Du Kinder?
Ja, ich habe eine Tochter, Johanna, die im Mai 4 Jahre alt wird...
Sie hat auch, zusammen mit der Mutter Moni, ihre ersten 1 ½ Jahre als “Schenker-Kind” mit in unserem Aussteiger-Leben verbracht... Mit auch von Moni mitgestalteten “Schenker-Kind-Konzepten” wie “Erziehung bzw. Begleitung zur Freiheit” oder “Wahlfreiheit zwischen Systemen statt Ideologie-Vereinnahmung” (wo wir auch extra einen “Patenkreis” eingerichtet hatten, der Hannas Entwicklung “zwischen den Welten” mittragen sollte...)... Hanna entwickelte sich gut, auch Medien und Ämter fanden keine wirklichen Einwände... (Es gab genug zu essen, im Winter Zugang zu beheizbaren Räumen, einen erreichbaren eigenen Arzt von Schenker-Bewegung... Und viel Gemeinschaft mit liebevollen und sehr menschlich-anspruchsvoll eingestellten Eltern und anderen Bezugs-Personen für das Kind...) Hanna entwickelte sich auffallend zu einem kleinen Stern... (Ich würde mir nach wie vor gern auch wissenschaftliche Überprüfung wünschen, wie gut das Kind so außerhalb des Systems hätte aufwachsen können, zumal wir am Ende vielversprechende Einladungen hatten, wie es für Moni und Hanna hätte weitergehen können... Ich behaupte, wir haben viel von solcher Lebensmöglichkeit außerhalb des Systems durch unser Beispiel gezeigt...)
Leider ist dann die Mutter doch wieder mit ihr ins bürgerliche Leben zurückgekehrt, und unterbindet nun ziemlich vollständig den Kontakt von Hanna zu mir oder unserem Schenker-Leben... Obwohl ich ihr anbiete, ihre “Regie” nicht zu bekämpfen, sondern nur ein einladendes Angebot zu sein... Sie sagt, ich sei zu wenig bereit gewesen oder nun bereit, für Hanna ein wirklicher Vater zu sein, und deshalb wolle sie bei Hanna nicht durch “ein wenig Kontakt zu mir” eine zu große und dann im Weiteren von mir zu unerfüllte Sehnsucht aufkommen lassen... Ich halte dem entgegen, daß Hanna in den Anfangsjahren unseres Zusammenlebens einen – auch aus Sicht von Moni – im Wesentlichen guten, jedenfalls aber funktionierenden Vater-Bezug zu mir hatte, die Mutter bei der Trennung auch ein (zeitweiliges) Überlassen von Hanna zum Zusammensein mit mir auch eindeutig noch als machbar ansah, und trotz ihrer dann fast völligen Kontakt-Blockade in den folgenden Monaten und Jahren auch bei den seltenen Zwischendurch-Begegnungen Hanna schöne Momente mit mir erlebte... Ich biete weiterhin an, zumindest einen Teil (und ich würde Hanna auch beliebig lange zu mir nehmen...) an Vater-Bezug (oder Bezug zu männlichen Bezugs-Personen) zu übernehmen, und dabei Moni die Freiheit zu lassen, ansonsten andere Möglichkeiten solcher Bedürfnisbefriedigung für Hanna zu praktizieren...
Seit langem biete ich Moni auch an, daß wir für unseren Konflikt “gewaltfreie Konflikt-Lösungs-Methoden” versuchen könnten (4-Augen-Gespräche, die sich in Kreise von Menschen unseres Vertrauens weiten, usw...), aber bislang verweigert sie sich dem weitgehend... Ich hoffe und mühe mich ständig weiter...
Immer mehr sehe ich übrigens in der Offenheit für solche gewaltfreien Konflikt-Lösungs- und Kommunikations-Formen einen zentralen Grund, warum (alternatives) Gemeinschafts-Zusammenleben gelingt oder nicht gelingt... Ich habe mit vielen Konflikten zu tun, wo Menschen solche gründlicheren, gewaltfreien und korrekten Aufarbeitungsformen schlicht allergisch wegblocken... Und ich will solche Methoden und Umgangsformen deshalb künftig noch viel stärker betonen!
Daß Hanna so abgeschnitten ist von mir und meiner Welt, ist in meinen Augen in vieler Hinsicht schade: So sagt die Mutter z.B., daß sie Hanna schon so erziehen konnte, daß das Kind selbst recht gewaltfrei zu handeln versucht... Aber sie hätte Probleme, Hanna beizubringen, wie man sich auch auf so gewaltfreie Weise gegen Gewalt Anderer effektiv wehren kann...
Das ist in meinen Augen in unserer “Ellenbogen-Gesellschaft” ja auch ein wirklich großes Problem... Um Gewalt als nicht so geeignetes, nicht erfolgversprechendes Durchsetzungs-Mittel erleben zu können, bräuchte es m.E. eigentlich eine entsprechende soziale Kultur, die umfassendere Zusammenhänge statt nur Augenblicks-Durchsetzung ausreichend erlebbar machen würde: eine Gemeinschaft, in welcher diejenigen, die zu Gewalt greifen, sich z.B. in den Augen Anderer dadurch sehr disqualifizieren... Und an Vertrauenswürdigkeit für schöne soziale Beziehungen verlieren usw... “Gewaltfreie soziale Kontrolle”...
Was Einer der Gründe ist, warum ich für ein Kind eigentlich ein Erleben so einer “Schenker-Gemeinschafts-Kultur” als etwas sehr Wertvolles sehe, und Hanna gern auch davon etwas mitgeben würde...
Insgesamt glaube ich, daß unsere Gesellschaft durch die unüberschaubaren, auseinandergerissenen gesellschaftlichen Lebensbezüge den Kindern ein frei-spielerisches ganzheitliches Hineinwachsen in eine sinnvoll zusammenhängende Erwachsenen-Welt sehr erschwert, so daß “vereinseitigte Lebenseinstellungen” (unverhältnismäßiges Spielen-Wollen oder nur Spaß-haben-Wollen statt positiver Arbeitshaltung...; oder durch die Schulprägung Ausrichtung auf egoistische Karriere-Vorstellungen statt ausreichendem spirituellem oder sozialem Bewußtsein...) dadurch in sehr schädlicher Weise gefördert werden...

9.Wo siehst Du Dich selbst in 10 Jahren?
Ich werde weiter – sofern ich nicht durch vernünftige Argumente überzeugt werde, daß was Anderes sinnvoller ist (ich will da immer ganz rational offen sein, nicht ideologisch oder fanatisch...) - mit ganzer Kraft für die Ideale der Vernunft und Liebe arbeiten und leben... Wenn ich Glück habe, schaffe ich bis dahin eine weitere Stabilisierung von Schenker-Bewegung und die Lebensmöglichkeit in einem idealistischen kleinen „Schenker-Stamm“ (und mit ganz viel Glück – in die idealistische Arbeit integriert statt davon ablenkend!!! - dabei auch ein kleines Kuschel-Nest mit lieben seelentiefen Frauen; bin da ein großes Kuscheltier mit spezieller „Freie Liebe“-Auffassung... Siehe „Öffis Angebot und Erwartungen bzgl. Frauen...“ im Forum http://www.schenkerbewegung.plusboard.de ...)...
Vielleicht bin ich dann aber auch schon zum „Märtyrer“ für meine Sache geworden, was ich auch als sinnvolle Variante mit Dank und Freude annehmen würde...
Die größte Angst hätte ich davor, irgendwo aus Verlockung oder Erpressung korrupt zu werden und nicht mehr furchtlos konsequent nach Wahrheit und Gewissen zu gehen...

10.Wie alt bist Du?
Ich bin 44 Jahre alt...

11.Kann man Dich besuchen?
Ja, gern...

12.Ist Deutschland ein Land voller Möglichkeiten?
Die entscheidenden Möglichkeiten, auf die es ankommt, liegen im Inneren eines jeden Menschen...
Ansonsten sehe ich das “voller Möglichkeiten” wohl sehr anders als die Anderen, die darüber nachdenken: Ich will mit meiner idealistischen Arbeit da anpacken, wo es am sinnvollsten ist – statt am leichtesten oder angenehmsten(!), weshalb viele “Alternative” lieber in warmes Ausland oder ruhige Gegenden oder bergende größere Gemeinschaften gehen...
Deutschland ist eine der führenden westlichen Mächte des kapitalistischen Herrschafts-Systems, wo also die Hebel und Ursachen der jetzigen Weltentwicklung liegen... Und es gibt in Deutschland weniger an alternativen Modellen als im umliegenden Ausland...
Wenn ich dann noch sehe, daß ich als hier Hineingeborener durch die Muttersprache und ein leichter vom Staat anerkennbares Daseinsrecht hier teilweise zusätzlich günstige Wirkungs-Voraussetzungen habe, spricht m.E. viel dafür, daß ich hier für den Aufbau echter alternativer, struktur-revolutionärer Lebens-Modelle arbeite...
Genau das mache ich...
Und lade auch andere, gerade junge Menschen, wenn sie es ernst meinen wollen, dazu ein, das “Alternativ-Sein” nicht auch wieder nur wie eine weitere Willkür-Spaß-Konsum-Angelegenheit zu behandeln, sondern ernsthaft nach Sinn und Notwendigkeit zu gehen... Und dabei den Qualitäts-Unterschied zwischen Konsum-Spaß und “Gewissens-Freude” zu erleben...
Und statt Drogen, womit sich viele Sinne und Hirn vernebeln, “sich lieber zu berauschen an der nüchternen Trunkenheit des Geistes”... “Drogen haben noch jeden betrogen! Legalize einen klaren Kopf!” ((Was nicht heißt, daß wir Kiffer ausschließen würden, und solche Leute nicht zu uns kommen und bei uns mitmachen können... Ist wieder nur meine persönliche Öffi-Sicht bzgl. Drogen... Gemäß dem “Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner-Konzept” kann ja jeder bei uns ein idealistischer Mitarbeiter werden, der diese Einigungs-Nenner-Inhalte gut findet...))

13.Was für eine Rolle spielt Geld für Dich?
Geld ist wohl die gefährlichste Droge der Welt... Sie verstärkt unser Bruchstücks- und Vergeltungs-Denken und unsere maßlos entartende Gier... Sie reißt uns verhängnisvoll aus dem organischen Bewußtsein bzw. der Identifikation mit der Welt und den Mitmenschen, aus der Liebe und dem Teilen... Gefahren, die – nachdem wir wohl durch unsere Intelligenz-Entwicklung aus der Instinkt-Steuerung rausgerutscht sind – eh schon unser großes Problem sind (- all die aus der Instinkt-Bindung gelösten Einzelmotive wollen sich aufblasen und entarten... -) -- und wo die Frage, ob unsere Intelligenz bzw. Vernunft neben der 'Befreiung dieser Motive aus dem Instinkt-Käfig' nun auch für diese 'befreiten Raubtiere' eine ausreichend verantwortliche Steuerung übernehmen kann, wohl ziemlich skeptisch beantwortet werden muß... Eher sieht es so aus, als würde sie überwiegend statt zu einem 'kraftvollen Dompteur' nur zu einem 'unterworfenen Erfüllungsgehilfen' der krebsartig entartenden Gier-Motive...

14.Steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Globalisierung verunsichern die Menschen, was sagst Du dazu?
Die Menschen sollten anfangen, statt in dieser “großen Unterhaltungsshow” vom Glitzer-Star-Dasein oder vom Lotto-Gewinn zu träumen, während Viele sogar nur angestrengt “die Bühnentreppen fegen müssen” und zuhause frustrierende „Fassaden-Beziehungen“ haben... --- endlich ehrlich zu denken, ihre Tiefe und ihre Träume zu finden, diese mit passenden Partnern zu teilen, gemeinsam zu leben, und das Göttliche in sich zu entfalten...
Wie sicher kann man sich denn überhaupt fühlen “auf dem Schiff einer 'Titanic'-Gesellschaft”? Und Verdrängung des eigenen Denkens und Seelenlebens ist doch eigentlich eine sehr miese Lebens-Qualität...

15.Wie sieht ein glückliches & erfülltes Leben aus?
Wenn man die Umkehr der Menschheit zu Vernunft und Liebe nicht auszulösen schafft, dann zumindest alles dafür geben (!!!), und zu sterben im Dienst an dieser Revolution... Die größtmögliche „Leuchtsignal-Wirkung“ zumindest hinzubekommen...
Schafft man (wider Erwarten) diese Umkehr (oder während man dafür gibt, was man kann...), dann (- soweit machbar und keine falsche Etablierung... -) ein erfülltes Leben in seinem passenden „Schenker-Stamm“, seiner liebeskommunistischen Konsens-Gemeinschaft, mit toller Liebes-Gemeinschafts-Kultur...
Ich stelle es mir – um es etwas detaillierter auszumalen - als überschaubare Dorfgemeinschaft aus Lehmhütten, Jurten, Erdlöchern etc. vor, mit Computer und Internet darin, weil das einfache Naturleben sich doch auch mit einem globalen Bewußtsein der Menschen verbinden müßte... (Kann ein anderer Schenker sich durchaus anders vorstellen und z.B. vertreten, es müsse mit Telepathie wie bei den Aborigines, von denen es behauptet wird, gehen statt mit solcher Technik... Da gilt ja wieder unsere “Einigungs-Nenner-Offenheit und -Toleranz”...)
Und „Samthandschuh-Umgang“(!!!) unter den Dorfbewohnern (was ich z.B. gern folgendermaßen beschreibe: „Ein Mensch, ein Wort!“, „Vernunft bzw. Argumente zählen!“, „Keine Kritik hinterm Rücken!“, und bei Konflikten „gewaltfreie Konflikt-Lösungs-Methode“, wie ich sie z.B. in einem eigenen Thema im Forum http://www.schenkerbewegung.plusboard.de beschrieben habe...)...
Und ich (- jeder natürlich auch da wieder nach seiner Vorliebe... -) in seelisch-philosophisch-zärtlich-sexueller Innigkeit mit von mir geliebten Frauen, und Kindern...

16.Hat der Mensch noch eine Zukunft?
Ich weiß nicht, ob es irgendwie schon zu spät für eine Heilung der Menschheit und unserer Welt ist... Aber es geht wohl um zu hohe Werte bzw. in gewissem Sinne ums Ganze, so daß man da wohl die Hoffnung einfach gar nicht aufgeben darf: Je unwahrscheinlicher es ist, das Ziel zu erreichen, desto mehr müßte man sich wohl bemühen statt weniger...
Und man kann es auch so sehen: „Einsatz für Vernunft und Liebe, so daß Gemeinwohl-Fähigkeit entsteht“, ist wohl sowas wie ein grundlegendes „Zell- bzw. Wachstums-Programm“, das sozusagen auf allen Ebenen schon das Optimum bzw. die jeweils schönsten möglichen Blüten erblühen läßt: auf der Ebene der eigenen Persönlichkeits-Entwicklung, sogar wenn man keine schönen Beziehungen mit Anderen dabei aufbauen kann; auf der Ebene persönlicher Freundschaften oder „Wahrer Liebe“, auch wenn man keine größeren Gemeinschaften hinbekommt...; auf der Ebene größerer Gemeinschaften bzw. Gesellschaft, auch wenn es nicht zur Heilung der Menschheit und unserer Welt reicht...; und am meisten natürlich, wenn es auch dafür reichen könnte...

17.Was müssten die Menschen ändern?
Der Schlüssel zu allem ist m.E., wie schon mehrfach gesagt, das ehrliche Denken... Auf die jeweils wichtigste Frage, die man finden kann, die bestbegründbare Antwort suchen... Die Dinge von den verschiedensten Seiten betrachten und sich selbst der schärfste Kritiker sein wollen usw... Dafür passende Denk- und Gesprächs-Partner finden... Und dann die Konsequenzen immer mehr leben... Bis zum Martyrium für die Revolution oder bis zur global verantwortlichen „organischen Konsens-Gesellschaft geschwisterlichen Teilens“...

18.Hast Du einen Beruf erlernt? Wenn ja, welchen?
Ich bin studierter Theologe und Philosoph... Ich nenne mich auch gern einen „freischaffenden Seelsorger“... Und beim Rumziehen als „Pilger“ habe ich z.B. von einem alten Korbflechter etwas dessen Handwerk gelernt...
Und ich kann mit Vielem improvisieren... Ich sage immer: Ich weiß von fast allem fast nichts, aber soviel, daß es für meine Lebensalternative reicht...

19.Wie lautet dein Motto?
Ich habe mehrere Mottos, ich liebe Mottos...
Am wichtigsten ist sicher: “Ehrliches Denken – auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen!”
Ansonsten ist das wichtigste Motto wohl: „Liebe schenkt! - Und wie radikal müssen wir dann mit dem Schenken anfangen, wenn wir die Menschheit noch zur Vernunft und Liebe bekehren wollen?!...“
Schön finde ich aber auch z.B.: „Du mußt den Menschen immer die Wahrheit sagen, und du mußt sie ihnen so sagen, daß sie ihnen gefällt!“ (aus dem Hinduismus)
„Rede nur, wenn du gefragt wirst; aber lebe so, daß Du gefragt wirst...“
„Diene jedem Menschen so demütig, als könne er für alles nichts...; und lade sein Verantwortungsgefühl so ein, als sei er an allem Übel der Welt persönlich schuld...“
„Ermutige die Menschen mit dem, was sie schon tun, statt sie zu entmutigen mit dem, was sie noch nicht tun!“
„Baut viel mehr auf, was aufbaut, statt: Macht kaputt, was euch kaputt macht...“
„Was tut man nicht alles, um kein Geld zu verdienen!“ usw...

20.Wie gehst Du mit Momenten von Zweifel & Angst um?
Ich habe in meiner Tiefe einen stillen, unendlichen Ozean an „Wesens- oder Gottes-Bewußtsein“... Ich drücke diese innere Grund-Befindlichkeit z.B. immer gern so aus, daß ich auf die Frage: „Wie geht es dir?“ zur Antwort gebe: „Ich bin zufrieden wie immer, denn wie kann man den Sinn des Lebens und den lieben Gott kennen und unzufrieden sein?...“
Ich kann Zweifel und Angst auf dieser Basis für mich passend dosieren, lasse Beides nur soweit zu, wie ich es als sinnvoll ansehe: Zweifel, um nicht leichtfertig im Urteil oder dogmatisch zu werden... Angst als Warnung vor Gefahr...

21.Wie bestreitest Du deine Rente? Vorsorge? Versicherung?
Ich denke nicht an Rente oder Versicherungen... Ich hoffe darauf, mindestens einen „Schenker-Stamm“ hinzubekommen, wo die Starken die Schwachen, die Jungen die Alten und die Gesunden die Kranken mittragen... Und wo die Liebe auch so etwas sehr schön macht unter Menschen...
Ansonsten bin ich – wie gesagt – auch gern bereit, für die “Revolution der Vernunft und Liebe” bzw. für eine “global verantwortliche Entwicklung” als Märtyrer zu sterben...
Viermal in den vergangenen 18 Jahren meines Schenker-Aussteiger-Lebens bin ich in kritischen Situationen nochmal mit dem Leben davon gekommen...
Ich hoffe und bitte, daß ich bis zu einem eventuellen solchen Tod genug ehrliche idealistische Menschen in Schenker-Bewegung sammeln konnte, so daß sie die Bewegung aufrechterhalten und fortführen können...

22.Hast Du vor ein Buch über Dein Leben zu schreiben?
Es gibt schon ein kleines Buch: „Öff!Öff! Der geheimnisvolle 'Waldmensch' – Sein Glücksrezept, von Essen bis Liebesleben“ ISBN-Nr. 978-3-9812606-0-1
Es ist aber noch nicht „das Buch über mein Leben“...
Und es gäbe wohl einige Möglichkeiten, Bücher zu verfassen... Ich warte da auf sich bietende günstige Gelegenheiten... Wer sich zu etwas berufen fühlt, kann sich gern mit mir in Verbindung setzen...

23.Worin siehst Du den Sinn deines Lebens?
Glücklich zu werden durch Vernunft, Liebe und Verantwortung. Meinen Platz im Ganzen finden. Das Göttliche in mir entfalten... Vollkommen werden...

24.Was sagen deine Freunde zu deinem Lebenswandel?
Da ich schon seit meinem 13. Lebensjahr meinen Idealismus im Kopf habe, habe ich von da an auch nur noch „Freundschaften“ geschlossen, wo dann ein entsprechender Draht miteinander bestand...
((Und mit einem “bewußten Freundschaftsverständnis” nach den Maßstäben: “Bereitschaft, Leben zu teilen, bis gleiches Glück da ist...”; “Sich im Verhalten gegenüber dem Freund nach dem zu richten, was er gut für sich findet...”; und “Dem Freund grundsätzlich freien Zugang zur eigenen geistigen Innenwelt zu gewähren...”))
Aber andere näherstehende Menschen wie meine Verwandten, und auch fast alle Menschen, die sich etwas auf einen Gedanken-Austausch mit mir einlassen, kommen eigentlich fast alle zu derselben Haltung: “Schöner Traum ('Frieden unter Menschen für Frieden auch mit der übrigen Welt...'), haben wir ansatzweise auch schon von geträumt (und kann auch der Traum von Buddha, Jesus oder Gandhi sein), - aber nichts für uns, wir wollen nicht so verzichten...”
Wobei ich glaube, daß sie durch Suchtvernebelung nicht richtig sehen können, wo man eigentlich auf das Wertvollere verzichtet... Ich versuche es ihnen deutlich zu machen...

25.Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?
Ist unterschiedlich je nach Schenker-Lebensform („Pilgern“ auf der Straße, Sozialarbeit, Natur-Lebensweise...), die ich praktiziere, und auch darin je nach den unmittelbar sinnvollsten Aufgaben...
Im Moment pendele ich ungefähr halbtags zwischen dem Leben in Natur-Projekten bei 02708 Löbau in Sachsen (die Projekte heißen “Meditopia” und “Biotopia”, siehe das Projekte-Verzeichnis auf http://www.die-schenker.net im “Schenker-Blog”) und dem Heizungsraum eines Restaurants in der Nähe, wo ich an eine Steckdose komme und (PC-)Büroarbeit machen kann...
In diesen Naturprojekten ist man mit Dingen beschäftigt wie Wildkräuter-Sammeln, Kleidung-Machen, Jurten-Bauen oder -Reparieren usw... Eine Survival-Kultur ist mein Ziel, womit man mich irgendwo in die Natur setzen kann, und ich dabei überleben und eine neue Kultur anfangen könnte, statt unterzugehen... Da gehört viel zu, was man lernen muß, bin da selbst auch weiter auf dem Weg...

26.Was willst Du unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Bitte, bitte laßt uns ehrlich und vernünftig denken... Auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen...
Mehr als ein Verdurstender in der Wüste nach Wasser lechzt, sehne ich mich nach solchen Menschen, nach solchen „Juwelen im Heuhaufen“...
Wenn Ihr mögt, nutzt die Möglichkeiten, Euch weiter zu informieren und in Kontakt miteinander zu kommen:
Öff!Öff!

schenker_oeff@yahoo.de
017627110248

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#2 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:14

"oeff oeff"postete am 27.8.2010:

Ich hab mal wieder ein schönes Interview, diesmal wurde es für die Diplomarbeit eines Studenten gemacht...


---------------------------------------------------------------------

Was hat dich bewegt, dein Leben so radikal zu ändern?
Mit 13 fing ich ernsthaft an, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Ich wollte das wirklich Wichtige und Richtige erkennen, mit System danach suchen und auf die jeweils wichtigste Frage die am besten begründbare Antwort suchen. Das führte mich innerhalb von Wochen zum heutigen Schenker Programm.

Am wichtigsten ist, dass man glücklich ist. Dafür muss man sehen, was das eigene Wesen ausmacht. Wenn man es nicht nur oberflächlich wahrnimmt, dann sieht man: Da ist „Vernunft“ und „Gewissen oder Seele“. Vernunft sucht nach dem Sinn im Ganzen, Gewissen und Seele nach der Einheit mit dem Leben, nach dem, was fürs Leben gut ist, dem Leben in dieser Welt. Als Ergebnis aller Überlegungen kommt das Sinnvolle und Gute fürs Ganze, das dem Leben Dienende, heraus. Man kann auch von globaler Verantwortlichkeit sprechen.
Als nächstes muss man sich mit dem Menschen beschäftigen, denn der hat das Steuerruder in der Hand, hier entweder alles kaputt zu machen oder eine gedeihliche Entwicklung zu ermöglichen. Man fragt sich: Was muss man denn machen im Umgang mit dem Menschen, damit er bereit wird für so eine global verantwortliche Entwicklung? Aus Sicht der Schenker muss man einen „Kleinsten Nötigen Einigungsnenner“ finden. Was wäre der Inhalt davon? Dafür bietet das „Schenker“-Programm an, daß es so viel gewaltfreies Teilen oder („schenkende“)Liebe und Verbundenheit unter den Menschen geben muss, dass sie zum Wohle aller Entscheidungen treffen können - man kann auch sagen: fähig werden, einen Konsens zu erreichen fürs Gesamtwohl. Wenn die Menschen einmal diesen verantwortlichen Grundentscheidungsmechanismus praktizieren, muss man ihnen nichts mehr vorgeben, denn dann können sie alle weiteren Einzelfragen selbst mit Vernunft in solchem Gesamtwohlkonsens entscheiden. Es wäre anmaßend, wenn ich oder andere ihnen das dann noch weiter vorschreiben wollten.

Würdest du dich jetzt als glücklicher bezeichnen als vor der Zeit deines Ausstiegs?
Ja, natürlich! Es gibt nichts Beglückenderes, als sich aus eigener Einsicht und Freiwilligkeit mit dem Gesamtwohl der Welt zu identifizieren und dafür hinzugeben... Die Welt mit den Augen des göttlichen Schöpfers sehen und dieses Göttliche in sich entfalten...

War die Umstellung radikal oder verlief sie langsam, Stück für Stück?
Ich wollte meine Überzeugungen überprüfen an den Quellen des Wissens der Gesellschaft: Schule, Studium - danach bin ich dann in einer gemäßigten alternativen Gemeinschaft gewesen und mit 27 Jahren habe ich diesen radikalen Schnitt gemacht. Ich habe meine Papiere an den Bundespräsidenten zurück gegeben und dem Arbeitsamt gemeldet, dass ich mein Leben lang nicht in schädigender Weise gegen andere konkurrieren werde.

Und die gemäßigte Wohngemeinschaft, wie kann man sich die vorstellen?
Also da gibt es ein Buch, Eurotopia heißt es, mit 500 Adressen in ganz Europa von alternativen Gemeinschaften. Ich war in einer Emmaus-Gemeinschaft: ein paar Leute, die bereit waren, mit Leuten von der Straße zusammen zu leben. Aber alles eben noch im System: Alle Staatsbürger, mit Verein, Tagungshaus und Geld-Verdienen, indem man Tagungsgäste aufnimmt. Ich hab gesagt, dass das mindeste für mich jetzt wäre, eine Kerngruppe zu bilden, die die Papiere abgibt und sich nicht mehr in einer staatsrechtlichen, also gewalt-rechtlichen Weise organisiert, sondern wo man miteinander in Liebe und kommunistisch teilt, zumindest als ersten Schritt die Preise für Tagungsgäste in ihr eigenes Ermessen stellt usw. Und da das dort nicht ging, bin ich von da aus „auf die Straße gegangen“.

Inwiefern eröffnen sich in deinem neuen Leben Freiräume oder Einschränkungen, mit denen du vorher nicht gerechnet hattest?
Ich habe die großen Vorbilder gesehen: Buddha, Jesus, Franziskus, Ghandi. Alles Leute, die in der Gefahr standen, eher erschossen zu werden als wirklich etwas in der Welt zu bewegen. Viele andere sind erst gar nicht so groß in Erscheinung getreten, sondern schon vorher getötet worden. Man hat zwar die Freiheit des Gewissens erworben und kann sagen, ich bin kein korruptes Schwein aus Feigheit oder Bestechlichkeit, aber man erkauft sich damit, dass man eher damit rechnen muss, im Straßengraben zu verhungern oder zu erfrieren, als eine große Bewegung auszulösen. Insofern bin ich schon überrascht, was ich in den 18 Jahren anstoßen konnte: 7 Projekte, zwei Vereine und ein großes Öffentlichkeitsinteresse.

Aber es gibt nichts in deinem Lebensstil, was du dir einfacher, bzw. härter vorgestellt hast?
Einfacher ist das, was dabei rausgekommen ist, härter ist eigentlich nichts, denn da hab ich ja mit dem härtesten gerechnet.
Eine schwierige Sache sind Beziehungen. Wegen meiner idealistischen Aufgaben hatte ich früher wenig Zeit für meine Partnerinnen. Erst bei meiner dritten Beziehung hatte ich erheblich mehr Zeit. Mit dieser Frau, die auch so ehrlich und idealistisch gesinnt war, habe ich zum ersten Mal erlebt, was so eine Einheit von geistlich idealistischer bis körperlicher Zärtlichkeit und Liebe bedeuten kann. Von einer solchen Liebesbeziehung oder von einem kleinen Nest, auch während meines kärglichen, riskanten Aussteigerlebens, in Zukunft so viel wie möglich zu haben, ist mir ein Anliegen.

Könntest du dir auch vorstellen, mit einer Frau bis an dein Lebensende zusammen zu bleiben?
Immer zusammenbleiben und einander ein festes seelisches Zuhause bieten, natürlich! - Ich habe noch nie eine wesentliche Treue-Zusage (Freundschaft oder Liebesbeziehung, idealistische Weggefährtenschaft...) von mir aus gebrochen... Aber ausschließliche Zweier-Beziehung, quasi mit Besitzanspruch – nein! Wie kann man da Modelle leben, so dass aus partnerschaftlicher Liebe nicht wieder Tellerrand-Denken wird? Die Liebe zueinander soll der Liebe zur Welt dienen, ist Gottesdienst an der Welt. Sie ist auch eine wichtige Arbeit und Aufgabe, das ist das Schöne daran. Also ich gönn mir dann keinen Luxus auf Kosten der Revolution, sondern ich lebe ein Element, ein wichtiges, das die Veränderung bewirken soll. Ich will keinen Zaun um die Zärtlichkeit ziehen, d.h. ich bin für eine offene Beziehung.
Ich hab ja relativ hohe Ansprüche durch das ehrliche, idealistische Denken...; und möchte sozusagen „doppelte Treue“: gemeinsame Treue zu den höchsten Idealen...; und Treue bzw. solidarisches Zusammenhalten mit allen am Beziehungs-Geflecht Beteiligten, natürlich auch zum ganzen „Schenker-Stamm“...
Wenn nun aber eine Partnerin da wäre, mit der es stimmt und sie hätte die Bereitschaft, neben mir als „Schenker-Verbündete“ zu leben, könnte sie ihren normalen bürgerlichen Lebenshintergrund behalten und würde also nicht durch zuviel Lebensumstellung überfordert... Denn allein schon in dieser Suchtgesellschaft sich wirklich zu solidarisieren, auch im Kopf, das ist dann als eine Art mentaler Suchtausstieg schon viel. Man sieht erschrocken, wie vielen das schon zu viel ist.

... und wie ist das jetzt, mit den Frauen?
Mit mir wäre eine Beziehung möglich, eine wahre Liebesbeziehung, wenn eine Frau da ist, die sich nicht die Scheuklappen aufsetzt, die nicht mit diesem Misstrauen, weil man Egoist bleibt, mit dem Partner zusammen wäre. Auf die ehrliche, nicht egoistische, idealistische Weise, im Dienst an der Welt, als Gottesdienst an der ganzen Welt, als Verwirklichung der eigenen göttlichen Seele könnte man so eine persönliche Partnerschaft haben. Aber es ist nicht leicht, solche Frauen zu finden, weil die Meisten an diesen höchsten Entwicklungsmöglichkeiten kein Interesse haben, sondern eher jemand hinterher rennen, der mit einem flotten Auto vorbeikommt. Das ist primitiv und erbärmlich, aber ich will mich trotzdem nicht beschweren. Denn wenn ich es genau betrachte: Ich hatte teilweise zwei Frauen, kurz sogar mal drei gleichzeitig. Ich hatte diese Seelenliebe. Da habe ich Dinge erlebt, Phasen an Liebe, an geistiger, seelischer und körperlicher Liebe, an freier Liebe ... Das haben andere Menschen ja sowieso nicht. Also ich bin dem lieben Gott dankbar, weil ich mich da in einer anderen Liga bewege, was Qualität angeht. Und ich halte es auch für möglich - wenn man mich nicht erschlägt oder wenn es nicht zu schlimm wird – dass ich wie die Juwelen im Heuhaufen auch die Frau, ja Frauen, finden werde, die sich als göttliche Seele entwickeln wollen.

Du hast einen hohen Anspruch an die Leute, mit denen du Gesellschaft teilen willst?
Den hohen Anspruch des ehrlichen Denkens und des Minimums an Moral, um in dieser Welt keine Krebszelle zu sein.

Wie viel Zeit musst du täglich für Nahrungssuche in Kauf nehmen?
So gut wie keine, ich esse im Vorbeigehen ( Wiese, Feld, Wegrand).
Ansonsten kann man sich immer Nüsse und Früchte sammeln. Ich habe z.B. 5/6 Tage gebraucht, um den nötigen Vorrat an Äpfeln für den ganzen Winter zu haben. Wenn man die mit Kernen und Würmern isst, hat man ja eigentlich schon alles was man braucht.

Was machst du mit der restlichen Zeit? Vielleicht kannst du noch eine Kurzzusammenfassung über deine Projekte geben?
Es gibt drei Arbeitsschwerpunkte:
1. Öffentlichkeitsarbeit, evtl. Pilgern auf der Straße oder Internetarbeit;
2. Sozialarbeit, mit schwierigen, aggressiven oder armen Menschen sein Leben teilen, sich um sie kümmern;
3. In-der-Natur-leben, d.h. mehr als Äpfel sammeln, wenn man weitgehend auf Sammlerbasis alle wesentlichen Lebensbedürfnisse abdecken will.
Da hat man zu tun.

Wie praktiziert ihr eure Sozialarbeit?
Mit dem Haus der Gastfreundschaft haben wir einen Ort, wo wir Mitmenschen aufnehmen können, so bedingungslos und offen wie möglich, alle sind Brüder und Schwestern. Man möchte ein quasi familiäres, liebevolles Leben verwirklichen, was am ehesten dann auch heilsam sein kann.
Das erste im Umgang ist natürlich den Menschen als Mitmenschen ernst zu nehmen, ihm seine Freiheit zu geben, das Essen zu geben und dann kann es auch noch viel mehr bedeuten, je nach dem was derjenige will. Wir drängen keinem etwas auf. Ich bin als ausgebildeter Seelsorger, Theologe, Philosoph mit Psychologieanteilen im Stande, zumindest eine einfache Form von Gesprächspsychotherapie zu machen und derartiges. Wir helfen auch, wenn jemand Ämterhilfe in Anspruch nehmen will. Ich hab auch schon vielen Leuten Fahrräder zusammen gebaut. Also die Betreuung kann alles bedeuten.

Wie viele von den Schenker Verbündeten gibt es und wie weit arbeitet ihr zusammen?
Also in organisierter Form gibt es zwei Vereine, es gibt die Gemeinschaftsprojekte, es gibt Menschen, die mitarbeiten, z.B. auch bei der Internetarbeit. In der organisierten Form sind wir in den letzten Jahren über 30 bis 40 Personen. Ansonsten ist es ja so, dass die Leute sich nicht organisieren müssen. Verbündete in unserm Projekt und in der Bewegung teilen nur die Theorie. Wie viel sie praktisch machen, können sie sich selber aussuchen. Und die Personen, die diese Theorie, dieses Ideal, diesen Traum teilen, sind nicht zu zählen.
Wichtiger als eine Organisation ist uns eine Form der Kultur. Ich nenne sie gewaltfreie Konflikt- und Kommunikationskultur und die besteht natürlich auch zwischen Schenkern und Verbündeten.

Hast du Angst, in der Schenkerbewegung könnten wieder Machtstrukturen entstehen?
Natürlich, es kann alles schief gehen. Aber das ist kein Grund, nicht das Beste zu versuchen.
Ich denke, wenn die Grundgedanken stimmen, dann sind sie auf jeden Fall eine Wurzel, aus der man etwas machen kann. Die Schenkerbewegung ist auch nicht dogmatisch, wir sind keine Offenbarung, sondern ein Vernunftprogramm. Wer mit Gegenargumenten kommen kann, soll kommen, aber wer nicht damit kommen kann, der soll sich vielleicht überlegen, ob er nicht mitmachen sollte oder sonst seine Menschenwürde als rationales Wesen verschrottet.

Wie würdest du dich verhalten, wenn du 10 000 Anhänger hättest?
Eine doofe Frage, weil ich mich nicht als den großen Regisseur sehe. Ich würde mich freuen, wenn es diese Menschen gäbe. Sie wären sehr selbständig organisiert in Gemeinschaften und Konsensgruppen. Ich hätte ja nichts über sie zu bestimmen.

Gab es schon viele aus der Schenkerbewegung, die versucht haben so zu leben wie du?
So zu leben wie ich, haben schon allerhand Leute versucht. Es gab auch schon mal 5/6 solche Schenker gleichzeitig, aber in den letzten paar Jahren hielt das außer mir keiner durch.
Aber manchmal entwickeln sich Dinge auch überraschend: Vor Kurzem ergab sich die Möglichkeit, auch durch den Zusammenschluß mit einer anderen alternativen Bewegung namens NuEra, daß eine ganze Gruppe von Menschen sich in Berlin zu einer gewagten Gewaltfreien Aktion vor dem Reichstag versammelte und 9 davon ihre Ausweispapiere zerschnitten, als Zeichen für den Austritt aus dem Staat.
6 davon nahmen sich vor, daraus auch den Versuch zu machen, in umfassender Weise nur noch in Liebe mit anderen Menschen umzugehen, d.h. ganz ohne Gewalt oder „Vergeltungsprinzip“, nur noch einander beschenkend... Es gibt also im Moment 6 Menschen, die sich an der „Schenker-Rolle“ versuchen wollen... Der Anspruch ist hoch... Aber auch wenn es nicht Alle durchhalten und Einige vielleicht wieder den Schritt zum Verbündeten machen, dürfte ich doch nun wohl für längere Zeit nicht mehr allein als Schenker dastehen...

Deine Öffentlichkeitsarbeit ist umfangreich und vielfältig. Viele meiner Freunde kennen dich, es gibt Fernsehsendungen mit dir … Bei so einer guten Öffentlichkeitsarbeit wundert mich, dass nicht mehr mit dir zusammen leben. Wie erklärst du dir das?
Es ist das Prinzip Suchtgesellschaft. Die Leute wollen nicht einmal darüber nachdenken, was es bedeutet, sich daraus zu lösen. Es ist eine Illusion, dass man ohne Geld nicht leben könnte, „die Hölle hätte“. Schon allein durch das ehrliche Seelenleben hat man mehr Lebensqualität als der Milliardär mit seinem Geld. Aber es ist halt die Sucht, sich nur vom Geld Lebensqualität zu versprechen.

Glaubst du, ein Milliardär kann kein ehrliches Seelenleben führen?
Unmöglich und das müsstest du jetzt eigentlich schon wissen: „Vergeltung nach Leistungsprinzip“ ist ein Gegensatz zur „Logik der Liebe“, ja zerstört die Liebe unter den Menschen, die wir brauchen, damit sie gesamtwohl-konsensfähig werden. Wenn man nach Leistung teilt, kriegen die Starken mehr als die Schwachen, es gibt ein „Recht des Stärkeren“. Bei der Liebe identifiziert man sich miteinander, vergibt die Aufgaben nach Fähigkeiten und teilt nach Bedürfnissen, damit es allen gleich gut geht. Das ist ein sehr, sehr einfacher Gedanke und in jeder Liebesbeziehung, Familie, guter Freundschaft funktioniert es ja schon.

War es für dich ein langer Bewusstseinsprozess oder ist es ziemlich schnell gegangen?
Ich hab einen langen Weg gebraucht, mindestens 11 - 13 Jahre, bis ich den richtigen Schritt in die Praxis gemacht habe. Aber ich hab schon immer konsequent darüber nachgedacht, darüber diskutiert und mich geistig und körperlich vorbereitet. Ich habe auch Kontakte gesucht. Ich musste mir alles alleine erarbeiten. Da waren keine Voraussetzungen geschaffen, kein einziges Projekt - da stand ich auf der Straße mit jemandem, der im Winter, nach ein paar Monaten, wieder die Segel gestrichen hat, und ich habe alleine weiter gemacht. Das waren am Anfang 4 oder 5 Jahre, äußerlich absolute Scheiße und Hölle, in denen ich gedacht hab, es werden sowieso nicht mehr, bis dann die ersten Gemeinschaftsprojekte entstanden sind. Das war schwer, aber jemand der es begreift, der würde „Ja“ sagen, er würde sein Leben geben für diese Werte. Für den dürfte es kein Hinderungsgrund sein. Und schafft man es sich durchzubeißen, ist es ein Wahnsinns-Freiheits-Gefühl... Tollstes Feeling !!!!!!!!
Unter den heutigen Umständen ist es viel leichter. Ich habe Voraussetzungen geschaffen, du könntest hinkommen und anfangen, sogar wenn du ohne Papiere und Geld lebst, indem du dich erstmal in die Hängematte legst und pennst von morgens bis abends und dann kannst du selber gucken, wie weit du dann gehst, wie weit du dich anstrengst. Wenn ich das damals mit dreizehn erlebt hätte, dann hätte es keine Wochen mehr gedauert und ich wäre ausgestiegen. Doch heute mit der Hängemattenmöglichkeit den Arsch nicht hoch zu nehmen, das ist erbärmlich! Ich hätte gedacht, dass in unserm schönen Land ein paar mehr Leute leben, die nicht so in der Sucht drinhängen. Dabei ist es so einfach zu verstehen, aber die Leute wollen es nicht verstehen, sie verdrängen. Intelligentes Nachdenken über das Leben, über Moral, über Verantwortlichkeit schalten sie aus wie ein billiges Fernsehprogramm.

Liegt es eher an der Faulheit oder der Lust am Luxus?
Lust am Luxus eher, Faulheit kann es nicht sein. Wenn ich dir sage: „Du kannst von morgens bis abends in der Hängematte liegen“, schließt sich das schon von alleine aus. Es ist der Luxus. Von „Brot und Spielen“ geht es vor allem um die Spielereien... Am Luxus macht man es fest, aber es ist vor allem diese Sucht-Glücks-Illusion und die Geldlogik. Ich hab mal mit jemandem im Auto gesessen, der einen Fernsehbericht über mich gemacht hat. Ich hab zu ihm gesagt: „Du kriegst das, was du für deinen Beitrag brauchst, von mir geschenkt“. Dann hat er gemeint: „Nee, das will ich nicht, ich will dir jetzt was bezahlen können, jetzt auf der Stelle.“ Ich hab geantwortet: „Dann kannst du gehen, dann kannst du deinen Beitrag nicht machen“. Dann hat er die ganze Zeit im Auto gesessen und überlegt, warum er mich direkt bezahlen wollte. Ich hab ihm darauf gesagt, dass er sich von seiner Schuld frei kaufen will. Er wollte, dass die Rechnung direkt beglichen wird, damit ich keine weiteren Ansprüche an ihn stellen kann. Diese Welt hat weitergehende Ansprüche an uns. Wir können nicht nur auf das sehen, was uns Profit bringt. Das wollen die Leute nicht. Sie wollen sich nach Gefallen aussuchen können, was sie in Anspruch nehmen und dann ganz schnell die Rechnung begleichen, damit sie nicht weiter denken müssen. Das ist egoistisches Vergelten anstatt globaler Verantwortlichkeit. Und Sucht nach oberflächlicher Glücks-Illusion, wie ein aus dem Zusammenhang gerissenes Puzzle-Stück, wie eine wuchernde Krebzelle...

Gibt es Dinge, die du in deinem jetzigen Leben vermisst?
Mehr als der Verdurstende in der Wüste das Wasser, suche ich ehrlich denkende Menschen.

Was müsste passieren, damit du das Gefühl hast, deine Aufgabe sei erledigt?
Eine Konsensgesellschaft geschwisterlichen Teilens müsste weltweit existieren. Eine gewaltfreie Weltrevolution der Vernunft und Liebe hätte sich durchgesetzt, globale Verantwortlichkeit würde selbstverständlich praktiziert - alles ist dann eins.

Du hast viele Vorbilder (Buddha, Jesus, Franziskus, Gandhi). War ihre Geschichte hilfreich für Dein Aussteigerleben?
Ich habe mit 13 Jahren innerhalb von einigen wenigen Wochen das Grundskelett meiner idealistischen Theorie entwickelt, am Anfang, indem ich mich einfach in einen inneren hochkonzentrierten Denk-Prozeß begab... Erst einige Wochen später fiel mir durch eine Religions-Unterrichts-Stunde die Übereinstimmung mit den Ideen und dem Leben von Jesus auf... Und später erkannte ich diese wesentliche Übereinstimmung auch mit den anderen großen Vorbildern...
Ich habe dann in vielen Details viel von diesen Vorbildern gelernt... Und die Berufung auf diese Vorbilder half mir z.T. auch, um mit meinen Ansichten ernster genommen zu werden...

Was unterscheidet Dich von ihnen (Deinen Vorbildern) und worin ähnelst Du ihnen?
Eine interessante Frage, die ich allgemein und auf einzelne Vorbilder bezogen beantworten kann.
Allgemein kann ich sagen, daß außer a) dem NAMEN „SCHENKER-BEWEGUNG“ („Schenken“ - d.h. „freiwilliges Geben ohne Bedingung einer Gegenleistung“ - als „Handlungsprinzip der Liebe und der 'organischen' (globalen Lebens-)Einheit“, und als „Inbegriff gewaltfreien Teilens“...) noch b) das KONZEPT DES „KLEINSTEN NÖTIGEN EINIGUNGS-NENNERS BZW. MINIMAL-KONSENSES FÜR EINE GLOBAL VERANTWORTLICHE ENTWICKLUNG“ und c) seine KONKRETE INHALTLICHE FÜLLUNG („GENUG VERNUNFT UND SCHENKENDE LIEBE BZW. GEWALTFREIES TEILEN, SO DASS DIE MENSCHEN GESAMTWOHL-KONSENS-FÄHIG WERDEN“) wohl etwas „Schenker-Spezifisches“ bzw. von mir Entwickeltes sind... Worauf ich durchaus auch stolz bin... ((Auch die Einbettung des Einigungs-Nenner-Inhalts in die sogenannte „Schenker-Grundsatz-Text-Sammlung“ als Ausdrucksform halte ich für eine gelungene schenkerspezifische Gestaltung, wobei das ja eigentlich keine inhaltliche Vergrößerung des Nenners, sondern vielmehr sowas wie eine Verständnis-Hilfe oder Verständnis-Übung darstellen soll, eine Übung „gemeinsamen Organischen Denkens“, mit vielen möglichen Meinungsverschiedenheiten über Einzel-Inhalte...))
Ansonsten kommen die Grundideale, die als Inhalt des „Einigungs-Nenners“ vorgeschlagen werden (Verantwortung für die Schöpfung, Vernunft, Liebe, Gewaltfreiheit, Teilen und Schenken), auch bei allen Vorbildern vor... (Wenn man allerdings mehr ins Detail schaut, gibt es auch da noch ein paar wohl „schenker-spezifische“ 'Entdeckungen' wie die Beschreibung des „ORGANISCHEN DENKENS“ und des „FUNDIERTEN KONSENSES“...)
Der Unterschied zu den Vorbildern ist, daß bei ihnen außer den Schenker-Einigungs-Nenner-Inhalten noch viel mehr an Inhalten zur „verbindlichen Lehre“ dazugezählt werden... Oder es zumindest eine – z.T. auch berechtigterweise zweifelhafte – Interpretationsfrage ist, ob sie eine entsprechende Hervorhebung oder Begrenzung des verbindlichen Inhalts auf diese Einigungs-Nenner-Inhalte als korrekt betrachten würden... Im Falle von Jesus würde ich z.B. die Interpretation vertreten, daß er mit meiner Schenker-Auffassung völlig übereinstimmen würde, im Sinne des „durch inneres Wesens-Verständnis der Nächstenliebe von aller 'Gesetzlichkeit' befreiten Gewissens-Christen, der nun alles darf und nur noch das Gute will...“ Aber ziemlich alle anderen christlichen Glaubensgruppen interpretieren das Christentum anders, mit viel mehr verbindlichen Lehrinhalten, einschließlich recht starkem Personenkult um Jesus...
Und sogar bei Gandhi, der noch am ehesten die Vorstellung eines „Einigungs-Nenners“ entwickelt hat, welcher auch die Religionen und Weltanschauungen übergreifen sollte, ist diese Vorstellung nicht so systematisch ausgearbeitet, und enthält andere bzw. mehr Inhalte als den Schenker-Nenner-Inhalt... Bei Gandhi zählt z.B. die Lehre von der „Gleichwertigkeit der Religionen als verschiedener Wege zum selben Ziel“ dazu, was unser Schenker-Einigungs-Nenner offen läßt: Gemäß Schenker-Einigungs-Nenner kann es innerhalb der nötigen Grund-Einigung durchaus die Auffassung unterschiedlichen Werts der Religionen geben, solange es ausreichender Vernunft und Liebe für gemeinsamen Gesamtwohl-Konsens nicht widerspricht... Ich selber z.B. halte auf dem Hintergrund meiner Studien in vergleichender Religions-Wissenschaft Christentum und Buddhismus für gute Wege „zum gemeinsamen Ziel“, während ich Hinduismus, Judentum und Islam im Vergleich dazu als erheblich stärker mängelbehaftet betrachte... Es hindert jedoch meinen gewaltfrei teilenden Umgang mit Hindus, Juden und Moslems nicht, und man könnte friedlich und fruchtbar miteinander auch über meine Wertungen diskutieren – und deshalb ist es m.E. verkehrt, Inhalte wie die „Gleichwertigkeit der Religionen“ als verbindliche Einigungs-Nenner-Inhalte festzuschreiben – wodurch Menschen mit noch akzeptablen Meinungsverschiedenheiten ausgegrenzt werden können...
Nun noch ein paar Worte zu den einzelnen Vorbildern:
* Bei Buddha gibt es viel zu viel „verbindliche bzw. nicht ausreichend bzgl. Verbindlichkeit differenzierte Lehre“...
Schön ist bei ihm die Konzentration auf wesentliche Anliegen, z.B. daß er die Frage, ob es einen Gott gibt, für relativ unwichtig hält im Vergleich dazu, was die Ursachen des Leids in der Welt sind und wie man sie überwinden kann...
Schön ist neben seiner ausgeprägten Rationalität auch die Radikalität bzgl. Grundwerten wie der Gewaltfreiheit, wo er z.B. für eine Situation, wo man von einem Feind in Stücke gesägt würde, empfiehlt, bei einer Haltung der wohlwollenden Freundlichkeit zu bleiben... Es ist kein Zufall, daß durch den Buddhismus kaum Krieg in die Welt gebracht wurde – im Unterschied zu den meisten anderen Religionen...
Buddhas Lebensform als bettelnder Wanderprediger war weitgehend auch die Lebensform der anderen Vorbilder (außer bei Gandhi mit seinem überwiegenden Leben in selbstversorgenden Ashrams)... Diese Pilger-Lebensform ist auch bei mir die grundlegendste und längste Lebensform bislang gewesen, neben geschenkter Sozialarbeit im „Haus der Gastfreundschaft“ und Versuchen von „Naturlebens- bzw. Waldmenschen-Formen“, -- wovon ich aber auch denke, daß solche seßhaften Lebensmodelle gerade heutzutage sehr sinnvolle Ergänzungen fürs Wanderpredigen oder Pilgern sind, zumal die modernen Kommunikationsmittel und Medien die Öffentlichkeitsarbeit ziemlich verändern und erleichtern können...
* Jesus verkörpert m.E. gegenüber dem sehr auf individuelle Erleuchtungssuche konzentrierten Buddhismus noch stärker die umfassende Liebe zur Welt und auch den strukturrevolutionären Keimling für Konsensgesellschaften geschwisterlichen Teilens... Er wurde als pazifistischer bzw. anarchokommunistischer Konkurrent zur Kaiserherrschaft hingerichtet...
In der Weise, wie ich Jesus bzw. das Evangelium interpretiere, was man u.a. in meinen diesbezüglichen Texten im „Gastbereich“ des Schenkerbewegungs-Forums http://www.schenkerbewegung.plusboard.de nachlesen kann, ist das Bild von Jesus sehr „rund“ und als Geschichte vom Gott, der aus Liebe zu den Menschen selbst Mensch wird und sich beim Versuch, die Menschen zu gewaltfreier Liebe zu bekehren, von ihnen umbringen läßt, extrem ausdrucksstark... Deshalb ist die christliche Religion von den vorhandenen Religionen – und abgesehen von meinem Bekenntnis zu „Vernunft-Religion“ - für mich die beste religiöse Bekenntnisform...
Problematisch ist wieder die – schon oben erläuterte – zu große Menge und Mißverständlichkeit der „verbindlichen oder nicht ausreichend bzgl. Verbindlichkeit differenzierten Lehre“ schon in der Bibel...
* Franziskus ist als eines der getreuesten späteren Abbilder Jesu ein liebevoller Minnesänger für die Menschen und die Schöpfung...
Sein größter Fehler war m.E. die Unterwerfung unter die katholische Kirche... Auf die legendäre Frage des Papstes, ob Franziskus die Kirchenvertreter trotz ihres Reichtums etc. lieben könne, hätte er nicht nur mit „Ja“ antworten dürfen, sondern hätte hinzufügen müssen: „Aber ich verurteile euren Reichtum, und ich kann euch nicht als Autoritäten im Sinne Jesu Folgschaft leisten...“ Dann hätten sie ihn verbrannt wie die ebenfalls brutal verfolgten Albigenser, Waldenser etc...
So jedoch wurde Franziskus schon zu Lebzeiten sein Orden von der Kirche in verbitternder Weise aus der Hand genommen und „entschärft“...
* Gandhi ist ein leuchtendes Beispiel für die Kraft der Liebe und Gewaltfreiheit. Mit teilweise äußerst beeindruckender theoretischer Genialität und praktischer Gradlinigkeit...
Allerdings ist seine Theorie-Fähigkeit mehr intuitiv als systematisch... An einigen Stellen hat er m.E. Schwächen wegen unverhältnismäßiger Glaubensauffassungen seiner hinduistischen Religion: z.B. bzgl. „Gleichwertigkeit von tierischem und menschlichem Leben“ oder zu überzogener Wertschätzung des Verzichts, z.T. fast als Wert an sich...
Er hat sich etwas zu sehr auf die politischen Einzel-Zielsetzungen für die Entwicklung des Staates Indien eingelassen, was seine eigentlich sogar vorhandene und von ihm auch geäußerte Hauptbetonung auf Gewaltfreiheit als allgemeinmenschlicher spiritueller anarchokommunistischer Strukturrevolution und prinzipieller Lebensform zu sehr untergehen ließ hinter dem Einsatz von 'Gewaltfreien Aktionen' als Mittel politischer Veränderung...
Und er war z.T. zu autoritär statt team-bezogen...


Betrachtet man Dein Leben durch die Medien, wirkt es teilweise sehr romantisch (Leben in der Wildnis, Schlafen im Freien). Kommt es oft vor, dass Dich Leute mit einer überromantischen Vorstellung besuchen, ein Leben wie Du leben wollen, dann aber durch die Härte, die dieses mit sich bringt, enttäuscht werden?
Nein, das kommt eher nur sehr selten vor. Denn wir leben in einer Sucht-Gesellschaft, und die Angst, daß Verzicht auf das Mitschwimmen im großen Wohlstands-Boot einen gleich in einen nicht überlebbaren Schlangen-Urwald wirft, ist sehr dominant – und wird vom System auch deutlich gefördert (z.B. erkennbar an entsprechenden Verzerrungen der Medien-Darstellung meines Naturlebens, als sei es so eine Schlangen-Urwald-Hölle...)...
Dieses Naturleben kann man sich ansonsten gern romantisch vorstellen! Es kann nämlich ohne allzu große Schwierigkeiten tatsächlich sehr sehr romantisch sein!!! Denn wenn ich z.B. mit einer der 3 heißgeliebten Frauen, mit denen ich in den 18 Jahren meines Aussteigerlebens als „Haupt-Beziehungen“ zusammen war, nur mit der Natur hätte zurechtkommen müssen – und ohne daß ungeheuerliche Willkür-Kapriolen von Menschen, mit denen wir zu tun hatten, uns das Leben zur Hölle gemacht hätten - dann hätte ich jetzt schon ein kleines „Naturmenschen-Liebes-Nest“ von idyllischer Schönheit vorzuweisen (nicht als gruppenegoistischen „Tellerrand“ verstanden, wohlgemerkt, sondern als eine „Zelle“ eines „Schenker-Naturmenschen-Stammes“)...
Es mag auf den ersten Blick seltsam klingen, aber m.E. ist es in uns Menschen (auch diesen Frauen) hochgradig die (durch damit verbundene Geselligkeit und Anerkennung verstärkte) Sucht nach den kleinen Kinkerlitzchen, dem „Glitzerkram“ und den „kleinen Ablenkungen“ (siehe das „Kult-Gehabe“ ums Rauchen...; und man bedenke, wie die Indianer Nordamerikas durch „Glasperlen und Glitzerkram“ - und natürlich auch Alkohol – bestochen wurden), welche von diesem natürlichen schönen Leben wegzieht ((TV und (PC-)Spiele; Moden und Tratsch, gerade auch mit Freundinnen; kleine unnötige Shopping-Touren... – und die Sucht, sich (möglichst) Vieles beliebig aussuchen zu können, weshalb da ein großer Drang zum 'Besonderen' und (aufwändig) Künstlichen ist, auch wenn es völlig unsinniger Aufwand und Luxus ist...; Ausgehen und Partys; Traum von Prinzessinnen und Prinzen, auch wenn es heute statt Königen halt Stars und Reiche sind...; formale Leistungsbescheinigungen, mit denen man „was darstellen kann“...; man träumt eher vom Lottogewinn als einem ausgewogenen glücklichen Leben oder gar Gerechtigkeit für alle... Usw...))
„Brot und – insbesondere - Spiele“ will das Volk (- nicht Sinn und Moral...)...
„Brot“ bzw. ausreichende Grundnahrung kann auch das Naturleben relativ leicht bieten (schon durch Kräuter, Früchte, Kleingetier...). Aber die „schlichte Schönheit des Wesentlichen“ (gerade auch der Spielraum für echte und tiefe – gemeinsame – Geistes-, Seelen- und Liebes-Beschäftigung, der Einem dabei naheliegt, weil man dafür in keine Geschäfte rennen muß...), welche es zu bieten vermag, befriedigt (ersteinmal) scheinbar nicht richtig ausreichend die vom äußeren Sucht-Kitzel aufgestachelten Gemüter... Die „Spiele“ bzw. der gesellschaftliche „Show-Glitter“, die Befriedigung des „inneren Schweinehundes“, fehlen zu sehr...
Vor allem wenn dieses Mangel-Gefühl dann nicht durch schöne Idealisten-Gemeinschaft aufgefangen wird, „wird es psychisch eng“...
Und wenn die Sucht unwiderstehlich wegzieht, wo die Vernunft weiß, daß es keine wirklichen rationalen Gründe und Rechtfertigungen gibt, erzeugt das einen inneren Ausweglosigkeits-Druck, der sich auch psychische Ventile sucht... Das Innere spielt Psycho-Theater, um „da rauszukommen“...
Natürlich kommt es ab und zu, relativ selten, auch mal vor, daß Menschen mit überzogenen romantischen oder "radikalen" Ansprüchen zu mir kommen. Die sagen dann am ersten Tag: "Öffi, du bist ja noch viel zu inkonsequent, wir wollen mehr und radikaleres Naturleben..." Worauf ich dann immer bescheiden und kleinlaut antworte: "Verzeiht. Aber wenn ihr die Konsequenz hochschrauben wollt, bin ich wenigstens mit dabei und wir können es direkt gemeinsam versuchen..." Fast immer schaffen sie es dabei nicht, mit dem Rauchen aufzuhören... Und am dritten Tag (wenn sie überhaupt anfangen oder es so lange durchhalten) kommt dann: "Also es ist doch schon sehr eintönig, mal Brennnesseln mit Löwenzahn, und dann Löwenzahn mit Brennnesseln...((Sie übertreiben: Es gibt schon eine größere Vielfalt an Kräutern...)) Und die kleinen Schnecken und Ameisen mit rein in den Salat, gefällt uns auch nicht so dolle... --- Wir essen jetzt wieder auch andere Sachen dazu..." Naja, den Rest könnt Ihr Euch denken... Oft werden solche Leute dann nach 2 oder 3 Wochen sauer und sagen: "Wir gehen wieder, du bist uns zu inkonsequent..."

Im Internet habe ich gelesen, du warst das Opfer einiger gewaltvoller Attacken, warum kam es dazu?
Weil ich die heißen Tabu-Themen der Gesellschaft anpacke... Und irgendwann könnte es auch von irgendwoher angestifteter „Pöbel“ sein, der mich „wegschafft“... Erbitterte Feinde für mich gibt es ja sogar auch aus dem Kreis ehemaliger Mitstreiter, die z.T. bereits nachweisbar auch mit kriminellen Methoden, Verleumdungs-Kampagnen und Anzeigen versucht haben, mich und Schenker-Bewegung hinter sich „auszuradieren“, um nicht mehr unter der offen schreienden Seelenwunde leiden zu müssen...
Aber es gibt auch die ziemlich „grundlose“ primitive Gewalttätigkeit: Bisher bin ich in den 18 Jahren meines Schenker-Lebens 4mal knapp mit dem Leben davongekommen, weil ich angegriffen wurde... Einmal, als mich jemand – den ich aus verzweifelter Obdachlosigkeit als „Gast“ bei uns aufgenommen und mitversorgt hatte(!) - mit seinen Stahlkappenstiefeln am Rande unseres Feldes beim „Haus der Gastfreundschaft“ in Dargelütz ohnmächtig trat, und ich mit Nasenbeinbruch und Verdacht auf Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht wurde, kam es hinterher sogar zu einem Gerichts-Prozeß... Nicht ich hatte Anzeige erstattet, sondern die Polizei von sich aus, weil sie meinten, wenn der so auf mich losgehen würde, auf wen dann nicht, und daß er eindeutig eine Gefahr für die Allgemeinheit sei... Vor Gericht meinte der Richter zu mir, wie weit ich denn noch gehen wolle, da doch – wenn der Täter nicht von einem Saufkumpan zurückgehalten worden wäre – es auch schon mein Ende hätte sein können... Ich antwortete, daß ich für Werte lebe und arbeite, für die ich auch bereit bin zu sterben...
Welchen Grund dieser Täter hatte?... Menschen im Suff-Frust brauchen oft keine besonderen oder guten Gründe mehr, um sich ein Aggressions-Ventil zu suchen... Er war auf der Suche nach jemand Anderem, mit dem er sich prügeln wollte... Und dachte, ich würde vielleicht wissen, wo der Betreffende sei, und es ihm verheimlichen... Obwohl ihm und 'Allen' bekannt war, daß ich immer sage, ich tauge nicht gut, um Leute zu verstecken, weil ich Allen, auch der Polizei, auf direkte Frage normalerweise immer die Wahrheit sagen müsse, sogar, wenn sie dann meine Freundin mitnehmen würden... (Es war unter Schenkern sogar eine häufig zitierte Haltung, daß ein Schenker auch im Dritten Reich normalerweise aus diesem Grund der radikalen Wahrhaftigkeit keine Juden hätte verstecken können, weil er auf Fragen der Gestapo-Leute wahrheitsgemäß hätte antworten müssen... Andererseits muß man dazu bedenken, daß ein Schenker wegen seiner radikalen Wahrhaftigkeit kaum noch in die Situation gekommen wäre, Juden verstecken zu können, weil er sich längst in der Weise auf die Seite der Wahrheit gestellt hätte, daß er öffentlich gegen die Juden-Verfolgung aufgetreten wäre...)

Zu welchen Konflikten kommt es innerhalb der Schenker-Bewegung?
Das ist eine riesengroße Frage!!!!!!!! Ich würde mir an dieser Stelle mehr als an irgendeiner anderen wünschen, daß uns wissenschaftliche Forschung begleiten würde bzw. ihr Licht draufhalten würde!!! Wenn irgend möglich, werde ich das auch noch herbeiführen wollen, stehe im Moment z.B. in Kontakt mit einem Zukunfts-Forscher, den ich auch darum gebeten habe!!! (Ist aber nicht sicher, daß der es macht...; also Aufruf auch an alle anderen eventuell Interessierten: Meldet Euch bei mir!)
Denn das ist ein ungeheuer wichtiges Forschungsfeld auf dem Weg zu einer friedlichen und gerechten und global verantwortlichen Welt!!!
Wir haben Konflikte mit Außenwelt („in Scheuklappen denkende Spießer“, „von unserem Grundsätzlichkeits-Anspruch angefressene 'Halb-Alternative'“, extreme Randgruppen...), wir haben Konflikte im Inneren (z.B. bzgl. unserer unantastbaren Grund-Ideale, insbesondere daß Schenker-Bewegung „unentschärfbar“ eine Strukturalternative zum Staats- und Geld-System ist - „Konsensgesellschaften geschwisterlichen Teilens“ -, und bezogen auf unsere Entscheidungs-Struktur des „Fundierten Konsenses“, wonach die, die die Ideale tatsächlich leben, auch sowas wie eine „Interpretations-Richtlinien-Kompetenz“ haben, usw...), wir haben bemerkenswert starke Konflikte mit „Ehemaligen“, wir haben immer mal wieder Konflikte mit aufgenommenen Sozialfällen (insbesondere als „Gäste“ im „Haus der Gastfreundschaft“)...
Ich sehe es so, daß „Sucht-Gesellschaft“ das entscheidende Stichwort ist!!! Wir bieten den Willkür-Süchtigen die Sucht-Entwöhnung an... Wir bieten Menschen, die sich mit ihren niederen Motiven in ihrem eigenen Inneren nicht der Vernunft oder dem Gewissen unterwerfen mögen, und die in sozialer Gemeinschaft gegen einen gemeinsamen Vernunft-Konsens wie gegen eine entfremdende Diktatur in sinnlosem pubertärem Trotz rumrebellieren wollen, an, endlich die Welt der Vernunft und der globalen Gewissens-Verantwortung zu bauen...
Die Situation ist so, als würde man in einer extremen Säufer-Kneipe zum Alkohol-Verzicht und Anti-Alkoholismus aufrufen! Und wenn man – statt verprügelt oder erschlagen zu werden – sogar welche finden würde, die sich dafür mitengagieren wollen, dann kann man sie noch nicht einmal irgendwie zu Entzug oder dauerhafter Stabilisierung aus der Kneipe bzw. aus dem Milieu rausholen und unter Nicht-Alkoholiker bringen – nein, man muß mit ihnen, oder sogar sie allein, noch in die schlimmsten Suff-Winkel der Kneipe weitergehen, um die Suffkis dort auch noch zum Entzug aufzurufen... Um den Dringlichkeits-Druck zu verstehen, kann man sich vorstellen, die Kneipe wäre auf einem „Titanic“-Schiff, und von der Frage, ob man genug Alkoholiker in der Kneipe vom Alkohol wegbringen kann, würde abhängen, ob der Kurs des Schiffes noch rechtzeitig geändert werden kann, bevor es am bereits sichtbaren Eisberg zerschellen wird...
Auch wenn wir, gerade in der reichen westlichen Welt, auf einer angenehm den Blick vernebelnden Wohlstands-Wolke schweben: „Das Haus der Welt brennt“ – wegen der verheerend zerstörungs-gerichteten Grundlogik, daß Egoismus und Willkür-Launen im Einzelnen und egoistische Lobby-Interessen im Großen das maßgebliche Sagen haben, statt (gemeinsamer) Vernunft-Entscheidungen zum Wohle Aller... Wer es begreift, muß mit aller Kraft dagegen aufstehen! Muß versuchen, alle Energie und Mittel für Veränderung („Löschen“) zu mobilisieren und zu konzentrieren! Am besten nur noch „Beten und Arbeiten, und das am besten noch gleichzeitig, um keine Zeit zu verlieren...“
Und ein Schenker macht das dann nicht nur, weil der Kampf für die globale Vernunft eine mehr oder WENIGER erfolgversprechende gewaltfreie Aktion ist, von der das Schicksal der Menschheit und Erde abhängt - er macht es, weil er diese Vernunft IST !!!
Man muß sich auch mal folgendes faszinierende Phänomen vor Augen halten:
Obwohl es von allen Mitgliedern der Schenker-Bewegung z.T. in schriftlicher Forum fest und feierlich zugesagt wird (insbesondere in der sogenannten „Gewissens-Erklärung moralischer Nutzungsrechte“), geht meine Einladung, im Konfliktfall die fortgeschrittensten Methoden gewaltfreier Konfliktlösung anzuwenden, wenn ich sie an Kritiker, Konflikt-Gegner oder gegnerische „Ehemalige“ richte, in äußerst auffälliger Weise ins Leere! Da wird völlig abweisend und allergisch drauf reagiert!... Das wär z.B. wohl ein Punkt, dessen Erklärung äußerst erforschenswert wäre...

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#3 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:15

"Gabriela" schrieb am 27.8.2010:

Öffi hat geschrieben: (Es war unter Schenkern sogar eine häufig zitierte Haltung, daß ein Schenker auch im Dritten Reich normalerweise aus diesem Grund der radikalen Wahrhaftigkeit keine Juden hätte verstecken können, weil er auf Fragen der Gestapo-Leute wahrheitsgemäß hätte antworten müssen.


Hallo Öffi,
nun, ich schenkte den langen Beiträgen hier Aufmerksamkeit, was ich ja in den letzten Wochen weniger tat, wenn sie so lang wie diese sind...
Für mich ergeben sich einerseits einige Antworten zwischen den Zeilen, andererseits spiegeln deine Worte nun mal deine Ideologie wider....Dein Ansatz unterscheidet sich einfach vom meinigen, wobei ich die Betrachtung deiner Vorbilder Buddha, Jesus, Gandhi, Franziskus noch am ehesten so unterstütze, wie du.....Auch die Tatsache, dass vom Buddhismus die wenigsten Kriege ausgingen...

Zum Thema Lügen, siehe Zitat...

In den letzten Tagen befasste ich mich noch einmal eingehender damit, auch wegen des Anprangerns von dir und sog.Ehemaliger...
Dabei kam mir wieder Oskar Schindler in den Sinn, ein geschäftstüchtiger Lebemann, wie ihn Wiki sinngemäß beschreibt. http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Schindler und der seine Ideologie, angesichts das ihn die Behandlung der Juden durch die Gestapo seinerzeit zunehmend anwiderte, opferte...

Wiki schreibt:


Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkrieges etwa 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern (Konzentrationslagern) des Nationalsozialismus bewahrte.....

Schindlers größte Hilfe bei seinen Rettungsbemühungen war die Einstufung seiner Fabrik als „kriegswichtige Produktion“, die ihm von der Militärverwaltung des besetzten Polen zuerkannt worden war. Diese ermöglichte ihm nicht nur, wirtschaftlich lukrative Verträge abzuschließen, sondern auch, jüdische Arbeiter anzufordern, die unter der Kontrolle der SS standen. Dadurch, dass er diese Arbeiter als notwendig für seine Produktion darstellte, deren Deportation die Erfüllung kriegswichtiger Aufträge verlangsamen würde, konnte er Ausnahmen erwirken, wenn seinen jüdischen Angestellten der Abtransport in Vernichtungslager drohte. Schindler scheute sich dabei nicht, zu lügen und Aufzeichnungen zu fälschen, indem er Kinder oder Akademiker als qualifizierte Metallarbeiter ausgab. Schindler erstellte in enger Zusammenarbeit mit Itzhak Stern die legendäre und lebensrettende Liste kriegswichtiger Arbeiter, die von Stern noch um einige Namen ergänzt wurde.


Durch bewusstes Lügen also, rettete 1200 Juden...Ein Lügen-Fall, den ich mehr als begrüße...Auch ein bewusstes Lügen jedes Hauseigentümers, der Juden in Hinterhöfen versteckt hielt udgl....

Öffi, ich will und kann nicht glauben, dass du angesichts solcher Umstände deiner Ideologie weiter treu sein könntest...

Hoffe, dass du nie in die Situation kommst, das beweisen zu müssen...

Gabriela

PS: Übrigens, das sieht dir Öffi wieder mal ähnlich: Du würdest eher vielleicht noch mit Plakaten offen gegen die Judenverfolgung demonstrieren, als auch nur einen einzigen Juden bei dir verstecken? Nur, damit du nicht in die Verlegenheit kämst zu lügen? Welch eine Tat!!!!

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#4 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:16

"Puppsburger Augenkiste" schrieb am 27.8.2010:

Gabriela hat geschrieben:
Öffi hat geschrieben: (Es war unter Schenkern sogar eine häufig zitierte Haltung, daß ein Schenker auch im Dritten Reich normalerweise aus diesem Grund der radikalen Wahrhaftigkeit keine Juden hätte verstecken können, weil er auf Fragen der Gestapo-Leute wahrheitsgemäß hätte antworten müssen.


Wie gestört muss man sein um Verrat für Wahrhaftigkeit zu halten ?

Von dir, als eine der letzten Öffi-Befürworter und Unterstützer, kann man sich nur distanzieren, Gabriela !!!!!!

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#5 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:17

"Gabriela" schrieb am 27.8.2010:

Mir ist wieder mal unklar, woher du entnimmst,dass ich ein" Öffi-Befürworter" bin..

Doch ich sag mal so: Würde mir Öffi heute übern Weg laufen, könnte ich ihn in aller Unvollkommenheit, die ich so, wie er sich gibt,wieder und immer wieder in die Arme nehmen...

In solchen Momenten nehme ich gleichzeitig meine Unvollkommenheit an, im Wissen, dass Mensch, ganz gleich welcher Religion er angehört, welcher Ideologie die seine ist, immer menschlich unperfekt ist, und dennoch ein göttliches Wesen..

Was zum Teufel nochmal hat dir denn Öffi persönlich getan, und was tust du dir an?

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#6 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:17

"Puppsburger Augenkiste" schrieb am 27.8.2010:

Gabriela, du bist psychisch labil und deshalb hat er mit dir ein leichtes Spiel.

Ein paar schmierig-sentimentale Sätze im Chat, oder hintenrum per Messi oder Mail, und er hat dich
wieder auf Linie, und aus der kritisch-nachhakenden Gabriela ist, im Öffi-Hirnwaschgang bei 30°, nach sehr kurzer Zeit eine Wolldecke geworden, die alle mit virtueller Liebe ersticken möchte.

Solche Menschen braucht er zur passiven und aktiven Unterstüzung seines Egotripps.

Mir hat er übrigens nichts persönlich getan, es genügt zu erfahren wie er mit anderen Menschen
umgeht um gegen ihn zu sein.

Dir ist aber leider nicht mehr zu helfen weil du animmst nicht auf Augenhöhe von ihm behandelt
zu werden. Dann gehe unter als kleines Mädchen wenn du dich wohl in dieser Rolle fühlst.

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#7 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:18

"Gabriela" schrieb am 27.8.2010:

Weißt du, was das gemeinsame von dir und Öffi ist?

Öffi hält sich sicher für genauso psychisch stabil wie du dich...so stabil, wie der grüne Rambo nach außen hin wirkt, den du da gepostet hast..

Auch Hitler und Stalin sind so gesehen "psychisch stabil", ja zäh, zielbewusst und unnachgiebig gewesen....

Hitler fehlte die für mich wertvolle Gabe des Verzeihen könnens, was ihm in der Kindheit angetan wurde...
Härte mit psychischer Stabilität gleichzusetzen ...aus meiner Sicht ein grober Fehler...

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#8 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:20

Ein Zwischen-Beitrag von "Darkvelvet" wurde gelöscht am 27.8.2010...

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#9 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:21

"Gabriela" schrieb am 28.8.2010:

@Steffen

Aha, Hulk, nun, ich sah weder Rambo noch Hulk-die Filme- und wie immer, wenn jemand etwas Neues an mich heranträgt, erwacht der Hilfeschrei nach Google.. 8)

Im Comic wird die Geschichte des Nuklearphysikers Dr. Bruce Banner erzählt, der sich nach einem Unfall mit einer Gamma-Bombe bei jedem Anflug von Wut in das rasende Monster Hulk verwandelt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hulk_%28Comic%29

@Hulk

Bitte um Vergebung, Mr.Hulk, dass ich Sie mit Rambo verwechselte, doch immerhin verlieh ich Ihnen ja den Vornamen Grüner... :)
Ihr Beiname ist also RASENDES MONSTER...Nun, physisch sehen Sie ja sehr stabil aus, doch ist ein rasendes Monster dies auch psychisch?
Ich weiß, Sie können nichts dafür,Bruce, es ist die Gamma-Bombe ja gewesen...Ja, Gammastrahlen sind äüßerst gefährlich...
Was kann ich also tun, um Ihre nuklearen Kräfte in fortschrittliche Bahnen zu lenken?

Zum einen gibts da die Möglichkeit, so artig und brav zu sein, dass ich erst gar keinen Wutanfall in ihnen auslöse..
Zum anderen, Ihnen bei aufkommender Wut Bild einzuflüstern: Hulk, legen Sie sofort ihre linke Hand aufs Herz und gehen Sie in Resonanz mit bedingungsloser Liebe Bild ...Wollen wir das mal probieren?

Zum Dritten könnte ich Ihnen auch die Adresse eines erfolgreichen Hypnosetherapeuten geben...Der beruhigt Bild Sie sofort.Und wenn Sie großes Glück haben, führt er Sie auch gleich noch zurück....ne, nicht an Ihre Haustür, sondern in andere Leben oder wenigstens in verdrängte Kindheitsepisoden Bild bzw. andere verdrängte Geschehnisse Ihres jetzigen Lebens... Bild Bei Gesundung können Sie dann ihre Kräfte zum energetischen Wohle der Menschheit einsetzen... Bild

oeff oeff
Fleißmeise
Beiträge: 1524
Registriert: Mi 8. Jan 2014, 16:53

Re: Interviews zu Öffi und Schenker-Bewegung

#10 Beitragvon oeff oeff » So 9. Mär 2014, 19:22

"Puppsburger Augenkiste" schrieb am 28.8.2010:

Gabriela hat geschrieben:@Steffen

Aha, Hulk, nun, ich sah weder Rambo noch Hulk-die Filme- und wie immer, wenn jemand etwas Neues an mich heranträgt, erwacht der Hilfeschrei nach Google.. 8)

Im Comic wird die Geschichte des Nuklearphysikers Dr. Bruce Banner erzählt, der sich nach einem Unfall mit einer Gamma-Bombe bei jedem Anflug von Wut in das rasende Monster Hulk verwandelt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hulk_%28Comic%29

@Hulk

Bitte um Vergebung, Mr.Hulk, dass ich Sie mit Rambo verwechselte, doch immerhin verlieh ich Ihnen ja den Vornamen Grüner... :)
Ihr Beiname ist also RASENDES MONSTER...Nun, physisch sehen Sie ja sehr stabil aus, doch ist ein rasendes Monster dies auch psychisch?
Ich weiß, Sie können nichts dafür,Bruce, es ist die Gamma-Bombe ja gewesen...Ja, Gammastrahlen sind äüßerst gefährlich...
Was kann ich also tun, um Ihre nuklearen Kräfte in fortschrittliche Bahnen zu lenken?

Zum einen gibts da die Möglichkeit, so artig und brav zu sein, dass ich erst gar keinen Wutanfall in ihnen auslöse..
Zum anderen, Ihnen bei aufkommender Wut Bild einzuflüstern: Hulk, legen Sie sofort ihre linke Hand aufs Herz und gehen Sie in Resonanz mit bedingungsloser Liebe Bild ...Wollen wir das mal probieren?

Zum Dritten könnte ich Ihnen auch die Adresse eines erfolgreichen Hypnosetherapeuten geben...Der beruhigt Bild Sie sofort.Und wenn Sie großes Glück haben, führt er Sie auch gleich noch zurück....ne, nicht an Ihre Haustür, sondern in andere Leben oder wenigstens in verdrängte Kindheitsepisoden Bild bzw. andere verdrängte Geschehnisse Ihres jetzigen Lebens... Bild Bei Gesundung können Sie dann ihre Kräfte zum energetischen Wohle der Menschheit einsetzen... Bild


Du kannst mich mal am Arsch lecken, aber nur wenn du möchtest.


Das Arbeitsamt sollte arbeitslosen Akademikern keine Umschulungen mehr bezahlen in denen Einführungen in die Psychologie missverstanden werden, und Knoten in der Großhirnrinde hinterlassen könnten.

Wie man sieht, kommt bei solchen Kursen nur Scheiße raus.


Zurück zu „Zeitungsartikel über Schenker-Bewegung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast